Fabian Klos: Ein Meinerser Junge in der Fußball-Bundesliga

Fußball: Der Meinerser Fabian Klos steigt mit Arminia Bielefeld in die Bundesliga auf – und kann es noch immer nicht so richtig glauben.

Fabian Klos (rechts) freut sich zusammen mit Cedric Brunner nach dem Spiel gegen Darmstadt über den Meistertitel in Liga 2.

Fabian Klos (rechts) freut sich zusammen mit Cedric Brunner nach dem Spiel gegen Darmstadt über den Meistertitel in Liga 2.

Foto: Fabian Klos / Cedric Brunner

Meinersen . Alle ACHTung, Arminia! Alle Achtung und herzlichen Glückwunsch, Fabian Klos! Mit dem insgesamt achten Aufstieg der Ostwestfalen in die Fußball-Bundesliga hat sich der Meinerser Vollblutstürmer ein weiteres Mal in die Geschichtsbücher des DSC eingetragen – und sich einen Traum erfüllt, von dem er nie gedacht hatte, dass er wahr werden würde.

Doch er ist es. Für den „Fußballgott“, wie Klos in Bielefeld gerne besungen wird, ist der Aufstieg aber noch alles andere als real: „Momentan ist es eine Mischung aus Freude und Erleichterung, dass wir es geschafft haben, aber auch viel Unglaube, weil es gerade nach dem Sieg gegen Darmstadt und der Meisterschaft einfach alles zu viel ist, zu surreal.“

Ein Blick in die Vergangenheit macht es nur all zu verständlich: Bei der SV Meinersen hat Klos das Fußballspielen gelernt. In seiner ersten Herrensaison als noch A-Jugendlicher sorgte er schon in der Kreisliga mit mehr als 40 Toren für Furore. In der darauffolgenden Saison in der Bezirksliga waren es knapp 30 Treffer, die den MTV Gifhorn dazu brachten, Klos in die Mühlenstadt zu holen. Irgendwann einmal Fußballprofi zu sein und in der Bundesliga gegen Bayern München oder Dortmund zu spielen – zu diesem Zeitpunkt undenkbar. Zwei Jahre und 49 Tore später ging er für die U23 des VfL Wolfsburg auf Torejagd und unterschrieb seinen ersten Profivertrag. Anschließend zog es den bodenständigen Meinerser 2011 zu seinem heutigen Klub nach Bielefeld, mit dem er nun in Liga 1 auf Punktejagd gehen wird.

Seine Bilanz bei den Ostwestfalen spricht Bände: In 326 Partien erzielte die DSC-Ikone 151 Tore (so viele wie kein anderer für den Verein), wurde zweimal Torschützenkönig in Liga 3, zweimal Spieler der Saison, holte zweimal den Landespokal Westfalen und darf nun den dritten Aufstieg mit den Arminen feiern. Doch zurück in die Zukunft: Für „Miro“, wie er unter anderem von seinen hiesigen Freunden in Anlehnung an Weltmeister Miros-lav Klose genannt wird, war früh klar, dass es für die Elf von Trainer Uwe Neuhaus mit der Rückkehr ins Oberhaus nach elf Jahren klappen kann: „Ich glaube, dass der gute Start in die Saison geholfen hat, dass der Glaube in der Mannschaft mit den Erfolgen gestiegen ist. Aber dass wir dann so souverän durch die Liga marschieren, damit konnten wir natürlich nicht rechnen.“

Selbst die Zwangspause durch die Corona-Pandemie brachte die Arminen nicht aus dem Tritt. Es war allerdings eine Zeit, die für den Bielefelder Kapitän und seine Vereinskameraden alles andere als leicht war. „Unsere Frauen und Freundinnen mussten teilweise für uns einkaufen gehen, weil wir es nicht sollten. Wir sind quasi nur zwischen Trainingsgelände und Wohnung hin- und hergependelt. Wir mussten extrem viele Einschnitte und Einschränkungen in Kauf nehmen“, beschreibt Klos. Auf die sportliche Fitness habe die Zwangspause aber keinen Einfluss genommen. „In den Spielen hast du das nicht gemerkt. Unser Trainerstab hat es hinbekommen, die Belastung gut zu steuern. Man merkt eher die mentale Belastung“, verdeutlicht der 32-Jährige.

Vor leeren Rängen zu spielen sei aber noch trauriger. Nicht einmal sein größter Fan, Papa Michael Klos, durfte ins Stadion. „Das war schon schade. Ich glaube, er hätte es sehr genossen, wenn er in der Phase bei den entscheidenden Spielen im Stadion hätte sein dürfen. Aber auch für alle anderen war und ist es traurig. Es wäre eine unfassbar emotionale Zeit gewesen, wenn die Umstände normal wären.“

Normalität wird es leider auch bei den Feierlichkeiten nicht geben. Die Übergabe der Meisterschale wird ohne Fans erfolgen, und auch die große „Sause“ auf dem Rathausbalkon wird wohl ausbleiben. Nicht nur aus diesem Grund wünscht sich Fabian Klos in der kommenden Saison wieder vollere Ränge. „Das Erlebnis Bundesliga wäre für mich einfach noch viel, viel wertvoller und besser, wenn die Zuschauer wieder im Stadion wären.“ Zudem wünscht sich der Angreifer „für den Verein, dass diese Fahrstuhlmentalität jetzt mal ein Ende hat und wir uns in der 1. Liga etablieren, weil der Verein das Potenzial dazu und es einfach verdient hat.“

Selbst möchte er einfach nur gesund bleiben und so lange spielen, wie sein Körper ihm sagt, dass es noch auf gutem Niveau geht – natürlich für seinen DSC. Und er möchte sich noch bei seinen Anhängern aus der Heimat entschuldigen: „Das Feedback war überwältigend. Ich habe mich über jede Nachricht sehr gefreut, es aber noch nicht geschafft, allen zu antworten. Das werde ich im Urlaub aber nachholen. Entschuldigt bitte, wenn es etwas länger dauert.“ Sie werden es ihrem „Miro“ wohl nachsehen…

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