Lehres Handballern blüht neben Trainings- auch Putzarbeit

Helmstedt.  Handball: Während der HSV Warberg/Lelm zum Start auf Zuschauer verzichtet, könnten auf den VfL Lehre nicht nur sportliche Belastungen zukommen.

VfL-Coach Kai-Olaf Reineman (vorne) muss nicht nur Spielzüge, sondern wohl auch Putzpläne mit seiner Mannschaft durchsprechen. 

VfL-Coach Kai-Olaf Reineman (vorne) muss nicht nur Spielzüge, sondern wohl auch Putzpläne mit seiner Mannschaft durchsprechen. 

Foto: Michael Uhmeyer / regios24

Neben den Handballfreunden Helmstedt-Büddenstedt (Oberliga) und der HG Elm bereiten sich derzeit auch der HSV Warberg/Lelm (beide Verbandsliga) und Landesligist VfL Lehre auf die neue Saison vor. Während die Oberliga und die Verbandsliga am 3. Oktober starten, haben die Lehrschen noch etwas mehr Zeit.

Die Landesligen legen infolge der Corona-Pandemie nämlich mit sieben statt fünf Staffeln und jeweils elf Mannschaften erst am 24. Oktober los. Der VfL, der der Staffel Ost zugeordnet wurde, tritt zunächst auswärts gegen die SG VfL Wittingen/Stöcken an. Lehres Trainer Kai-Olaf Reinemann und sein Team haben also noch knapp fünf Wochen Vorbereitungszeit vor sich. Seit dem letzten Pflichtspiel am 7. März bei der HG Elm und dem Neustart in Wittingen werden dann siebeneinhalb Monate liegen. Die richtige Balance in der Trainingssteuerung zu finden zwischen Athletik und Taktik, zwischen Be- und Entlastung habe viel mit Fingerspitzengefühl zu tun. Bislang gelinge das bestens, so Reinemann. „Die Jungs sind alle fit und gesund.“

Erste Testspiele gegen zwei unterklassige Gegner aus Salzgitter liegen hinter dem VfL – Auftritte, die Reinemann durchaus zuversichtlich stimmen. „Die Spiele waren ein gutes Barometer, sie haben gezeigt, dass wir durchschlagskräftiger agieren als in der Vergangenheit.“ Auffallend sei aber, dass seine Spieler zwar in der Vorwärtsbewegung zielstrebiger sind, es ihnen in Sachen Abschluss aber weiter an Kaltschnäuzigkeit fehle. Und das, so Reinemann, lasse sich nur schwer trainieren. „Das spielt sich bei jedem Einzelnen im Kopf ab.“

Sorge bereitet dem VfL-Trainer auch, wie die nebensportlichen Belastungen durch Corona in den kommenden Wochen gestemmt werden können. Ein großer Teil der Hallen-Reinigungsprozedur soll von Amts wegen den Nutzern, also seiner Mannschaft, auferlegt werden. „Kabine, Duschen, Tribünen, Nutzgegenstände – wenn das auf uns zukommt, dann sind wir mehr am Reinigen als am Trainieren“, so Reinemann. „Ich bin jetzt schon Trainer und Corona-Krisenmanager in Personalunion.“

Beim HSV Warberg/Lelm, der es zum Auftakt in eigener Halle mit dem Vorjahres-Dritten SV Alfeld zu tun bekommt, läuft die Vorbereitung indes nach Plan. Die monatelange Handballpause habe seinen Spielern gutgetan, sagt HSV-Trainer Niklas Wosnitza. „Sämtliche Wehwehchen sind auskuriert“, so Wosnitza. Der frühe Vorbereitungsbeginn im Juli und das gezielte Athletik-Grundlagentraining zeige zudem Wirkung. „Die Spieler waren noch nie so fit wie zurzeit.“

In den zwei Wochen bis zum Auftakt gegen Meisterschaftsfavorit Alfeld konzentrieren sich die Warberger auf den Feinschliff. Soll heißen: Wosnitza legt Wert auf die Verbesserung im positionsnahen Zusammenspiel, zum Beispiel zwischen Rückraum und Kreisläufer. Ein viertägiges Trainingslager in Warberg brachte vor Wochenfrist große Fortschritte, in einigen Testspielen will sich das HSV-Team nun Wettkampfhärte holen.

Zwei weitere wichtige Entscheidungen sind derweil gefallen. Neuer HSV-Kapitän ist Jonas Gronde, der von seinen Mannschaftskollegen gewählt wurde. Nils Prochnow, bislang Träger der Binde, zieht sich zurück aufs Vize-Amt. Und: Den Corona-Abstandsregeln geschuldet verzichten die Warberger zum Saisonauftakt gegen Alfeld auf Zuschauer-Unterstützung in der Süpplinger Nord-Elm-Halle.

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