Zeigt er Genie oder Wahnsinn?

Wolfenbüttel.  Die Herzöge empfangen heute Langenhagen. Ihr blutjunger Spielmacher steht im Fokus.

Herzöge-Center Marc Aniol vollstreckt, nachdem Sven Cikara (hinten links) den letzten Pass gespielt hat. Der blutjunge Spielmacher aus den Niederlanden ist ein Aktivposten im Wolfenbütteler Spiel.

Herzöge-Center Marc Aniol vollstreckt, nachdem Sven Cikara (hinten links) den letzten Pass gespielt hat. Der blutjunge Spielmacher aus den Niederlanden ist ein Aktivposten im Wolfenbütteler Spiel.

Foto: Olaf Hahn / regio-press

Ein Trio schickt sich in diesem Jahr an, die Meisterschaft in der 1. Regionalliga mit großem Finanzaufwand unter sich auszumachen. Am heutigen Samstag treffen die Herzöge schon auf den zweiten dieser Kandidaten – wahrlich ein hartes Auftaktprogramm für den Aufsteiger. „Was Aschersleben und Wolmirstedt auf die Beine stellen, um in die Pro B aufzusteigen, ist schon ziemlich professionell“, weiß Herzöge-Trainer Thorsten Weinhold. Das trifft auch auf den heutigen Gegner zu, die MTB Baskets Hannover SC Langenhagen (um 19.15 Uhr am Landeshuter Platz).

Die Augen der heimischen Fans (70 sind diesmal erlaubt) dürften zu großen Teilen auf Sven Cikara ruhen. Der Zugang aus Amsterdam verzückte zum Saisonauftakt gegen Bergedorf mit pfeilschnellem Antritt und Zauberpässen. Vor Wochenfrist in Bramsche hingegen leistete er sich manchen Flop und wurde von seinem Trainer schon mal als Meister der Turnover (Ballverluste) hochgenommen. „Ja, ich habe das wahrgenommen“, sagt der 19-Jährige selbst. Seine Schwäche sei ihm wohl bewusst: „Wenn ich überdrehe, muss ich wieder runterkommen, wieder fokussieren.“

Voriges Jahr spielte Cikara, der in Amsterdam als Sohn kroatischer Bürgerkriegsflüchtlinge geboren ist, noch in der Nachwuchsbundesliga für Braunschweig, heute soll er eine Mannschaft in der Regionalliga führen – ein allzu großer Sprung? „Ich muss mich ganz schön umstellen“, räumt der 1,90m große Schlaks ein. „Hier wird viel physischer gespielt, da muss man sich durchbeißen.“

Gleichwohl sieht er gerade in den vielen Nachwuchskräften im Wolfenbütteler Trikot ein großes Plus: „Wir haben ganz sicher auf allen Positionen enorme Entwicklungsmöglichkeiten und sind tatsächlich schon viel besser geworden im Training.“ Da sei es ungemein wichtig, viele Einheiten pro Woche zu haben, was übrigens besser laufe als vorige Saison. „Jetzt ist es so, dass wir zweimal pro Tag trainieren können und abends noch ins Fitness-Studio gehen.“ Seinem Ziel, die nächsten Jahre als Profi-Basketballer unterwegs zu sein, hat er auch seine Ernährung angepasst – und die von WG-Kumpel Keith Hayes: „Wir sind jetzt beide Vegetarier, und das bekommt uns in der Leistungsspitze richtig gut.“ Nicht gut zu sprechen ist er natürlich auf Corona, obwohl ihm ein erstaunlicher Umstand schon aufgefallen ist: „Vorige Saison war ich mal als Zuschauer am Landeshuter Platz – es war laut und crazy. Ich fand die Atmosphäre beeindruckend.“ Zuletzt durften zwar nur 50 Fans in die Halle, doch auch die hätten ein Riesenspektakel gemacht, lacht Cikara: „Ich schätze die Wolfenbütteler Fans sehr.“

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