Joggen im Herbst – Wolfenbütteler Lauf-Experte erklärt, worauf zu achten ist

Wolfenbüttel .  Der BlueLiner Matthias Wilshusen gibt Tipps für Anfänger und Fortgeschrittene.

Matthias Wilshusen gibt Tipps fürs Laufen im Herbst.

Matthias Wilshusen gibt Tipps fürs Laufen im Herbst.

Foto: Verein / regio-press

Der derzeitige „Lockdown light“ ruft bei Individual- und Gelegenheitssportlern ein Déjà-vu hervor: Fitness-Studios sind ebenso geschlossen wie Schwimmbäder, Kurse finden nicht mehr statt. Das gab es ja bereits im Frühjahr.

Der Lockdown Anfang des Jahres ließ zahlreiche Menschen den Draußen-Sport für sich entdecken: Joggen, Walken, Fahrrad fahren. Auch jetzt im Herbst und Winter sind diese Ertüchtigungen ein guter Ausgleich zum vielen Sitzen im Home-Office. Laufen an der frischen Luft stärkt die Muskulatur, erhöht die Ausdauer, beugt schlechter Stimmung vor und wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus.

Aber: In der dunklen Jahreszeit gibt es für Anfänger und Fortgeschrittene einiges zu bedenken, was im Frühjahr zu vernachlässigen war. „Die Wahl der richtigen Kleidung ist wichtig. Ich setze auf das Zwiebelprinzip“, sagt Matthias Wilshusen, Vorsitzender des Wolfenbütteler Laufclubs BlueLiner und Experte für lange Strecken. So könne der Läufer sich jederzeit einer Kleidungsschicht entledigen, damit ihm nicht zu warm wird „Ein typischer Anfängerfehler ist es, sich im Winter zu warm anzuziehen. Dann schwitzt man zu viel. Besser ist es, die ersten fünf Minuten zu frieren und langsam warm zu werden“, erklärt Wilshusen. So komme der Läufer nach und nach zur richtigen Temperatur.

Ein weiteres Thema, das beim Joggen im Herbst und Winter wichtig ist: Sehen und gesehen werden. „Selbst wenn es dunkel und diesig ist, gibt es meist genug Restlicht, um selbst sehen zu können“, so Wilshusen. In Wolfenbüttel gebe es genug Laufstrecke mit Beleuchtung. Ein Großteil auf dem Weg von der Lindenhalle bis zum Meesche-Stadion sei beleuchtet. „Eine mögliche Strecke ist zum Beispiel über den Stadtgraben durch die Okeraue, am Gefängnis vorbei über den Rosenwall weiter und dann über den Seeliger-Park zurück“, beschreibt Wilshusen. Es habe sich in Wolfenbüttel viel getan, was die Beleuchtung angeht, und es werde noch einiges passieren, ist der BlueLiner überzeugt.

Dennoch könne dort und auf nicht beleuchteten Strecken eine Stirn- oder eine Brustlampe vorteilhaft sein – „insbesondere, wenn man nicht so sicher ist“, erklärt der Experte. Außerdem gebe es inzwischen auch Strahler für die Schuhe. „Ein wichtiger Aspekt ist es auch, gesehen zu werden. Dafür eignen sich auch Blinklichter an der Kleidung“, erklärt Wilshusen.

Sich vor dem Lauf warm zu machen, sei für Wilshusen nicht so entscheidend. „Viel wichtiger ist es, hinterher möglichst schnell ins Trockene zu kommen“, sagt der Ultraläufer. Sich anschließend zu dehnen sei ebenfalls sinnvoll.

Wer sich nicht nur etwas sportlich betätigen möchte, sondern mit größerem Anspruch durch die kalte Jahreszeit laufen will, sollte zudem auf die Ernährung achten, rät Wilshusen. Es kann sinnvoll sein, Vitamine und Mineralien über Präparate zu sich zu nehmen.

Bei den BlueLinern sei das gang und gäbe. „Im Dezember und Januar ziehen wir unser Training üblicherweise an und forcieren die Umfänge, um im Frühjahr und Sommer die langen Wettkämpfe zu laufen“, berichtet Wilshusen. Das sei eine große Herausforderung für das Immunsystem.

Die meisten Wettkampfläufer der BlueLiner sind seit Jahren im Training. Läufer, die erst jetzt anfangen oder den Sport für sich wiederentdecken, sollten es zunächst auf gar keinen Fall übertreiben. „Jeder sollte auf seine individuellen Grenzen achten“, sagt Wilshusen. Nach und nach könne man die Umfänge steigern. Im Frühjahr hatte der Wolfenbütteler Laufclub einen Anfängerkursus angeboten, an dem 20 Laufbegeisterte teilgenommen hatten. „Bei den ersten Treffen sind wir immer im Wechsel 200 Meter gegangen und 200 Meter gejoggt“, erklärt Wilshusen. Diese Vorgehensweise empfiehlt er Anfängern grundsätzlich. Die Läufer haben sich dann von Woche zu Woche gesteigert. „Im Sommer haben bereits viele Kursteilnehmer bei unserem Vereins-Lauf mit 5 Kilometern absolviert“, freut sich Wilshusen. Von den 20 Kurs-Teilnehmern seien die Hälfte weiterhin im Verein aktiv.. Inzwischen läuft die Gruppe meist 7 Kilometer.

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