Erste Eindrücke wecken hohe Erwartungen beim VfL Wolfsburg

Wolfsburg.  Eine starke Vorbereitung lässt einige im Umfeld des Frauenhandball-Oberligisten VfL Wolfsburg vom Aufstieg träumen. Halt, sagt aber der Trainer.

Der Kader des Oberligisten VfL Wolfsburg für die Saison 2020/21: Linda Bausewein (von links), Julienne Steinke, Josefin Meyer, Fabienne Kohn, Meike Tornow, Cindy Degen, Christina Miehe, Elisa Wagner, Nele Hänsel, Kim Klauenberg, Anna Fanslau, Lara Ruppelt, Lena Witzke, Loreen Wöhner, Lara Neuman und Karla Hoppe.

Der Kader des Oberligisten VfL Wolfsburg für die Saison 2020/21: Linda Bausewein (von links), Julienne Steinke, Josefin Meyer, Fabienne Kohn, Meike Tornow, Cindy Degen, Christina Miehe, Elisa Wagner, Nele Hänsel, Kim Klauenberg, Anna Fanslau, Lara Ruppelt, Lena Witzke, Loreen Wöhner, Lara Neuman und Karla Hoppe.

Foto: Verein / oh

„Die Favoritenrolle gebe ich mit Kusshand weiter“, sagt Oliver Bült. Der Trainer des VfL Wolfsburg sah sich gefordert, die Erwartungen an seine Handballerinnen anzupassen – nachdem im Wolfsburger Umfeld schon von der Drittliga-Rückkehr geträumt wurde. Jahr 1 des sportlich-organisatorischen Neuanfangs werde ein Übergang, betont Bült. Los geht’s gegen Oberliga-Neuling SC Germania List.

Die Pläne für den Umbruch waren schon im vergangenen Winter entstanden. Mit dem coronabedingt vorgezogenen Saisonende setzten die Wolfsburger ihre Vorhaben in die Tat um. Der VfL hat sich seit März einen völlig neuen Anstrich verpasst. Initiiert von Sportchef Jens Wöhner, Coach Bült und Teambetreuer Toni Borchert drehten die Verantwortlichen sowohl den Mitarbeiterstab als auch den Spielerinnenkader auf links.

Funktionärsstab erweitert

Florian Marotzke kam als Teammanager, Marco Pagel als zweiter Trainer. Die Oberliga-Mannschaft wurde mit sechs Spielerinnen verstärkt, mit Kira Behne-Wiswe ging eine Ikone. Noch einschneidender waren die Veränderungen in der Reserve: Das Regionsoberliga-Team ist komplett neu aufgestellt, besteht nun überwiegend aus Jugendspielerinnen. Die Idee: Im Unterbau vielversprechende Talente zusammenzubringen, auszubilden und an die Oberliga heranzuführen. Bült erklärt: „Wir haben einen Kader von 30 Spielerinnen. Das ist ein Team. Wir trainieren geschlossen, spielen in Regionsoberliga und Oberliga das gleiche System.“ Das zu organisieren, war eine Herausforderung. „Wir hatten ein paar Probleme, aber die Spielerinnen haben gutes Feedback gegeben. Das Projekt muss erst Fuß fassen“, sagt der Coach.

Die Testergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass die Wolfsburgerinnen handballerisch schon weit sind. Die Reserve schlug selbst höherklassige Gegner. Das Oberliga-Team beeindruckte zuletzt mit einem 38:23 beim HC Leipzig II, der Reserve des sächsischen Zweitligisten. Die Landesligisten Eintracht Braunschweig (39:23), TuS Bergen (35:14) und SV Garßen-Celle (36:13) waren überfordert gegen den VfL. Bült ist zufrieden: „Die Saison kann kommen.“

Saison ist verkürzt

Das Bestreben ist nun, die starke Frühform in Punkte umzumünzen. Denn viel Anlauf werden die Wolfsburgerinnen nicht nehmen können. Nur 20 statt 26 Partien werden ausgetragen. Aus zwei Oberligen wurden drei. „Ausrutscher kann man sich nicht leisten“, betont Bült, zumal die Oberliga Süd die wohl leistungsstärkste ist. „Es gibt fast nur Topspiele“, sagt der VfL-Trainer.

Forsche Saisonziele hört man deshalb nicht von Bült, auch wenn das neu formierte Team hoch gehandelt wird. „Andere Mannschaften sind eingespielter. Ich stelle mich auf eine knüppelharte Saison ein, in der es für uns vorrangig darum geht, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben.“ Bülts Favoriten sind der MTV VJ Peine und Hildesheim, knapp dahinter folgt Rohrsen. Den Auftaktgegner ordnet der Coach im unteren Tabellenbereich ein. „Spielen sehen habe ich Germania aber nicht“, schränkt Bült ein.

Tickets nur noch online

Im Zuge der Corona-Einschränkungen hat sich eine wichtige Neuerung ergeben: Karten für die VfL-Spiele gibt es fortan nur noch online zu kaufen. Über die Social-Media-Auftritte der Wolfsburgerinnen gelangt man zur Ticket-Buchung.

Kader des VfL Wolfsburg:

Tor: Lara Ruppelt, Meike Tornow, Karla Hoppe.

Rückraum: Fabienne Kohn, Loreen Wöhner, Anna Fanslau, Cindy Degen, Lena Witzke, Kim Klauenberg.

Kreis: Lara Neumann, Julienne Steinke, Josefin Meyer.

Außen: Nele Hänsel, Christina Miehe, Elisa Wagner.

Zugänge: Christina Miehe (HSV Magdeburg), Karla Hoppe (MTV Vorsfelde), Cindy Degen (Post SV Magdeburg), Elisa Wagner, Lena Witzke (beide SV Oebisfelde), Kim Klauenberg (MTV VJ Peine).

Abgänge: Kira Behne-Wiswe (Karriereende), Nina Stapenhorst (unbekannt), Johanna Lösky (Northeimer HC), Aileen Kohnert (Eintracht Braunschweig), Hanna Järke, Jale Knocke, Linda Bausewein, Laura Drotleff (alle eig. Reserve).

VfL Wolfsburg – SC Germania List,
Sonntag, 17 Uhr, Carl-Hahn-Schule

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