25:26 – VfL-Frauen starten Aufholjagd zu spät

Wolfsburg.  Die Wolfsburger Oberliga-Handballerinnen gehen lange zu fahrlässig mit ihren Chancen um – und verlieren knapp bei der HSG Schaumburg-Nord.

Anna Fanslau und die Oberliga-Handballerinnen des VfL Wolfsburg verloren bei der HSG Schaumburg-Nord mit 25:26.

Anna Fanslau und die Oberliga-Handballerinnen des VfL Wolfsburg verloren bei der HSG Schaumburg-Nord mit 25:26.

Foto: Anja Weber / regios24

Viel hat nicht gefehlt und das Sieben-Tore-Comeback des VfL Wolfsburg wäre erfolgreich gewesen. Am Ende schafften die VfL-Handballerinnen den Ausgleich nicht und gingen bei der HSG Schaumburg-Nord leer aus – trotz einer bemerkenswerten Leistungssteigerung. Mit 25:26 (10:13) verloren die Wolfsburgerinnen am zweiten Oberliga-Spieltag.

Der VfL lief langsam an. Erst in der 5. Minute trafen die Wolfsburgerinnen erstmals ins HSG-Tor. Schaumburg-Nord legte eine 4:1-Führung vor. Die Gäste fanden jedoch zurück, glichen nach 16 Minuten zum 6:6 aus. Es zeichnete sich bereits ab, was das große Problem an diesem Tag werden würde. Der VfL ließ klarste Chancen liegen. „Wir haben einiges verballert“, sagte Wolfsburgs Coach Oliver Bült. Auf nur zehn Tore kam seine Mannschaft in Halbzeit 1.

Bült: Trainer-Zoff am Spielfeldrand

Unterdessen war der Trainer ungewollt mit ganz anderen Angelegenheiten beschäftigt: Bült musste sich der Äußerungen von Heim-Coach Saulius Tonkunas erwehren. „Der hat durchgehend gepöbelt“, berichtete Bült. „Schon die Begrüßung in der Halle war unangenehm. Das hat sich über die 60 Minuten und darüber hinaus fortgesetzt.“ Der neu verpflichtete HSG-Trainer habe ständig provoziert und kommentiert, erklärte Bült. „Das war ein unmögliches Verhalten, das ich so noch nicht erlebt habe.“

Auf den Seitenwechsel zur Halbzeit verzichtete Tonkunas. Das ist im Rahmen der Corona-Spielregelungen zwar legitim, doch war es anders abgesprochen. Nachdem es in Halbzeit 1 gut gelaufen war, entschied Schaumburg-Nord, stehen zu bleiben. Der VfL wollte wechseln, gab schlussendlich aber nach.

VfL-Trainer klagt: „Beste Möglichkeiten ausgelassen“

Vielleicht erklärt die Halbzeit-Unruhe auch den schwachen Start der Wolfsburgerinnen in die zweiten 30 Minuten. Der VfL handelte sich einen 11:18-Rückstand ein. Dann nahm Bült eine Auszeit. „Wir haben die besten Einwurfmöglichkeiten ausgelassen. Von den Außenpositionen war die Trefferquote extrem gering“, berichtete der Trainer.

Besser wurde das Wolfsburger Spiel erst, nachdem Bült die Abwehr umgestellte hatte. Ab der 40. Minute drehten die Wolfsburgerinnen auf. Aus einem 12:20 wurde ein 17:20. Tor um Tor kämpfte sich der VfL zurück. In der 53. Minute waren die Gäste auf 21:22 dran. Der Ausgleich fiel jedoch nicht. „Unser Lauf kam etwas zu spät“, so Bült. „Wir hätten einen Punkt verdient gehabt.“ Zumal der VfL laut seinem Trainer nicht nur gegen das Gastgeberinnen-Team spielte, sondern auch gegen die Schiedsrichter. Zwei rote Karten hätte es für die HSG geben müssen, klagte Bült. „Mir fehlten die Worte.“

VfL: Tornow, Hoppe – Hänsel (1), Neumann (3), Kohn (7), Wöhner (2), Miehe, Holzkamp (2), Fanslau (3), Degen (2), Järke (1), Witzke (3), Meyer (1).

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder