Drei Punkte „das einzig Positive“: Vorsfeldes mühsamer Sieg

Neuhaus.  Der Titelkandidat der Fußball-Landesliga bleibt im Derby beim 2:1 beim SV Reislingen-Neuhaus unter seinen Möglichkeiten.

Neuhaus, Fußball-Landesliga, SV Reislingen-Neuhaus vs. SSV Vorsfelde (grün) Foto: regios24/Helge Landmann

Neuhaus, Fußball-Landesliga, SV Reislingen-Neuhaus vs. SSV Vorsfelde (grün) Foto: regios24/Helge Landmann

Foto: Helge Landmann / regios24

Titelkandidat gegen Kellerkind – was so einfach klingt, kann in einem Derby schon mal schwierig werden. Und so hatte auch Landesliga-Topteam Vorsfelde so seine Probleme beim Ortsnachbarn. In Neuhaus mühte sich der Favorit bei den Fußballern des SV Reislingen-Neuhaus zu einem 2:1 (1:0)-Auswärtssieg.

Willi Feer zeigte sich jedenfalls alles andere als zufrieden, nachdem sich sein Team zum Derbysieg gequält hatte. „Wir konnten nicht an unsere normale Form anknüpfen. Wir wussten, dass es schwer werden würde, aber mit dem Spiel können wir nicht zufrieden sein. Das einzig Positive sind die drei Punkte“, verdeutlichte Vorsfeldes Coach.

Vor allem in der ersten Hälfte zeigten die Eberstädter eine enttäuschende Leistung. Es haperte an der Präzision und an der Bewegung in der Offensive. Die Reislinger überließen den Gästen meist den Ball, waren aber dafür wach in den Zweikämpfen. Die Gastgeber verteidigten hoch und machten das Spiel im Mittelfeld eng. Immer wieder zwang der SVR die Vorsfelder Verteidiger zu langen Bällen, die dann jedoch nicht ankamen. „Wenn wir diese Bälle spielen, müssen die immerhin ansatzweise kommen. Da hatten wir eine Streuung von bis zu 20 Metern“, kritisierte Feer.

Nach 25 Minuten wurde der SSV nach einem Steckpass von Nico Gerloff in die Spitze erstmals gefährlich. Dustin Reich nahm die Kugel zwar gut mit, schlenzte den Ball aber am linken Torpfosten vorbei. Ein wenig erinnerte die Vorsfelder Leistung der ersten 45 Minuten an das 1:1 zum Ligastart in Schöningen. Bis zur Pause erspielten sich nun fast ausschließlich die Reislinger, deren Credo es war, nach Ballgewinnen schnell umzuschalten, einige Chancen. Die beste vergab Matteo Lauriola, als er aus zwölf Metern frei zum Abschluss kam.

Nachdem die Gastgeber ihre guten Möglichkeiten allerdings ausließen, traf Vorsfeldes Innenverteidiger Canel-Liam Topsakal nach einem Eckball per Kopf – zu diesem Zeitpunkt kurz vor der Pause war’s überraschend.

Lange halten sollte die Führung zunächst nicht, denn die Gäste luden ihren Gegner zum Ausgleich ein: 50 Sekunden nach Wiederanpfiff begünstigte eine ganze Fehlerkette in der SSV-Abwehr Alieu Nyassi, der eine Flanke unhaltbar zum 1:1 verwertete. „Zum Ausgleich führte ein ungenauer Einwurf und dann unpräzise Pässe, die den Gegner erst wieder in Stellung bringen“, kritisierte Feer.

Im Anschluss bewies Vorsfelde allerdings Moral: Von Minute zu Minute wurde nun das fußballerische sowie auch das läuferische Potenzial in der Offensive besser ausgeschöpft. In der 58. Minute zeigten die Eberstädter ihre eigentliche Qualität: Nach einem starken Angriff über die rechte Seite legte Ronny Sarstedt den Ball in den Rückraum, wo Torjäger Dustin Reich zur Stelle war und den Siegtreffer markierte. „Wenn wir mal ansatzweise Fußball gespielt haben, so wie in dieser Situation, dann haben wir sie auch ratzfatz ausgespielt“, so Feer.

Die Reislinger ärgerten sich natürlich über die knappe Niederlage, doch war die Leistung eine klare Steigerung im Vergleich zum 0:6 in Kästorf eine Woche zuvor. „Dieses Mal stimmten Einsatz und Leidenschaft zu 100 Prozent“, meinte Coach Tahar Gritli. Nur der Ertrag hätte besser sein können, denn der SVR steht mit einem Pünktchen weiter im Tabellenkeller, während Vorsfelde zur Verfolgergruppe von Primus Vahdet Braunschweig zählt.

SV Reislingen-Neuhaus: Eichenberg – Spahn (87. Brechbühler), Menzel, Sinze, Dallali – Lauriola, Carusone – Nyassi (83. Jenkner), Rabsahl, Millemaci (71 Berisha) – Friedrich.

SSV Vorsfelde: J. Kick – Sarstedt, Gerloff, Topsakal, Schmidt – M. Kick, Flaschel (46. Bammel) – Ehrhoff (65. Lieto), Schulze, Cinquino – Reich (84. Broistedt).

Tore: 0:1 Topsakal (41.), 1:1 Nyassi (46.), 1:2 Reich (58.).

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