VfL Wolfsburg: Zaubern kann Glasner nicht

Wolfsburg.  Der VfL Wolfsburg muss sich fürs Heimspiel in der Fußball-Bundesliga gegen Bayer Leverkusen wieder aufrichten.

Viel Zeit für eine intensive Analyse bleibt nicht: Bis Sonntag, wenn Leverkusen zu Gast ist, muss Trainer Oliver Glasner (rechts) seinen VfL Wolfsburg wieder aufgerichtet haben.

Viel Zeit für eine intensive Analyse bleibt nicht: Bis Sonntag, wenn Leverkusen zu Gast ist, muss Trainer Oliver Glasner (rechts) seinen VfL Wolfsburg wieder aufgerichtet haben.

Foto: Darius Simka/regios24 / regios24

Nein, er sei kein David Copperfield, sagte Oliver Glasner einen Tag nach dem 1:3 in der Europa League gegen KAA Gent, nach der dritten Niederlage binnen neun Tagen. „Ich habe keine Zauberformel in petto“, so der österreichische Coach des VfL Wolfsburg weiter. Dennoch kommt auf ihn nun die Aufgabe zu, diese Mannschaft, die in kürzester Zeit in drei Wettbewerben hingefallen ist, wieder aufzurichten – und zwar bis Sonntag. Um 15.30 Uhr ist in der Bundesliga Bayer Leverkusen zu Gast in der VW-Arena.

1:6 im Pokal gegen Leipzig, 0:3 in der Liga in Dortmund und nun das 1:3 in der Europa League gegen Gent – es waren drei Nackenschläge für ein Team, das sich bereits auf Augenhöhe mit den Gegnern wähnte. So etwas geht an niemandem spurlos vorbei, so etwas kratzt am Selbstverständnis. Und es weckt Zweifel: Sind wir doch gar nicht so gut, wie wir dachten? Glasner ist jetzt gefordert, der Mannschaft den Glauben zurückzugeben. Los ging’s mit einer gemeinsamen Laufrunde am Freitagmorgen.

„Auch diese halbe Stunde haben wir genutzt, um uns auszutauschen“, erklärte der 45-Jährige, der jedoch auch die Zeit vor und nach der Laufrunde nutzte, um Gespräche zu führen. Mit einzelnen Spielern, aber auch mit der gesamten Truppe. „Wir sind auf Ursachenforschung gegangen“, sagte Glasner. Denn zuletzt waren die Fehler fast schon chronisch. Zu oft sei es passiert, dass ein negatives Erlebnis die Mannschaft völlig aus der Bahn geworfen habe. Gegen Gent war es das 1:1 der Belgier kurz nach der Halbzeitpause, das das Spiel zum Kippen brachte.

Glasners Ursachenforschung soll zumindest teilweise erfolgreich gewesen sein. „Wir haben den einen oder anderen Grund gefunden“, erklärte der Ex-Profi, der aber nicht weiter ins Detail gehen wollte. Die Ergebnisse sollen intern bleiben. Aber die Erkenntnis ist ja bekanntlich der erste Schritt zur Besserung. Und die muss her, denn mit vier Niederlagen in Folge wollen die Wolfsburger auf keinen Fall in die Länderspielpause gehen.

Vieles, das deutete auch bereits der Schweizer Renato Steffen nach der Gent-Pleite an, sei Kopfsache. Und Maximilian Arnold sagte: „Wir waren vielleicht zu sicher und dachten, es läuft von alleine. Jetzt müssen wir den Schalter schnell wieder umlegen.“ Aber das ist im Fußball eben nicht so einfach. Viele Faktoren spielen eine Rolle – und das Vertrauen in die eigene Stärke ist ein ganz wichtiger Baustein. Deshalb hatte Glasner nicht nur eine kurze, sondern auch eine unruhige Nacht von Donnerstag auf Freitag: „Es gibt viel nachzudenken, wie wir jetzt den Turnaround wieder schaffen.“ Denn je länger der Negativlauf andauert, umso schwerer ist es, den Ausgang zu finden.

Mit Leverkusen ist nun ein Gegner zu Gast, der unter der Woche womöglich den Ausgang gefunden hat. Nach schwierigen Wochen gelang der „Werkself“ ein 2:1 in der Champions League gegen Atlético Madrid. „Die Vorzeichen könnten unterschiedlicher kaum sein“, erklärte Glasner, der auch weiß, dass sich Bayer als Tabellenzehnter bislang unter Wert verkauft hat. Ein kurzer Blick auf das Offensivpotenzial der Gäste reicht da. „Sie haben den meisten Ballbesitz in der Liga und viel Qualität nach vorn, ein hohes Tempo und viel Spielfreude“, analysierte der Coach.

Für sein Team ist es ein Schlüsselspiel: Wächst sich die Niederlagenserie zu einer echten Krise aus? Oder können die Wolfsburger mit einem guten Gefühl in die Länderspielpause gehen. Glasner weiß um die Bedeutung: „Es ist für uns eine Chance zu zeigen, dass wir, obwohl wir angeschlagen sind, Paroli bieten können.“

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