Schalke gegen den VfL: ohne Sieg empfängt unbesiegt

Wolfsburg.  Die Vorzeichen der Partie könnten nicht unterschiedlicher sein. Der VfL Wolfsburg ist Favorit. Doch Schalke 04 wähnt sich auf einem guten Weg.

Das jüngste Aufeinandertreffen war eine klare Angelegenheit: Der VfL Wolfsburg gewann bei Schalke 04 mit 4:1. Wout Weghorst (in Weiß) bejubelt sein Tor zum 1:0. 

Das jüngste Aufeinandertreffen war eine klare Angelegenheit: Der VfL Wolfsburg gewann bei Schalke 04 mit 4:1. Wout Weghorst (in Weiß) bejubelt sein Tor zum 1:0. 

Foto: Jürgen Fromme / Jürgen Fromme / firo Sportphoto / POOL

Unterschiedlicher könnten die Vorzeichen der Bundesliga-Partie zwischen Schalke 04 und dem VfL Wolfsburg (Samstag, 15.30 Uhr) kaum sein. Während die Königsblauen in dieser Saison überhaupt noch nicht gewonnen haben und seit Januar auf einen Sieg in der Liga warten, ist das Team von Trainer Oliver Glasner in dem Wettbewerb noch unbesiegt. Also steht der Sieger bereits vor der Partie fest? Natürlich nicht.

Der 46 Jahre alte Österreicher hat in der Trainingswoche des VfL keinerlei Anzeichen ausgemacht, dass seine Spieler den Gegner auf die leichte Schulter nehmen könnten. „Da sehe ich keine Gefahr“, sagt Glasner. „Die Jungs haben im Training engagiert und hochkonzentriert gearbeitet.“ Schon Maximilian Arnold stellte unter der Woche klar: „Wenn wir da hinfahren und locker-flockig Einszweidrei spielen, dann fallen wir auf die Nase.“ Das Signal ist eindeutig: Unterschätzt werden die sieglosen Schalker nicht.

Schalke nutzt die Pause

Manuel Baum wähnt seine Krisen-Truppe auf einem guten Weg. „Die Länderspielpause hat geholfen, da wir im athletischen Bereich arbeiten konnten“, sagt Schalkes Trainer, der zudem taktische Elemente trainieren ließ. Ein weiterer Mutmacher: Topspieler Suat Serdar ist nach seiner Muskelverletzung wieder spielbereit. Naldo, Baums Co-Trainer, bemerkt ebenfalls einen Aufschwung: „Es ist wieder Leben in der Truppe“, sagt der 38 Jahre alte Deutsch-Brasilianer, der 2015 mit dem VfL den DFB-Pokal gewann.

Baum lobt den VfL

Die Schalker schauen nicht bloß aufs eigene Vorankommen, sondern zollen auch dem kommenden Gegner aus Wolfsburg ihren Respekt. „Die werden mit breiter Brust selbstbewusst hier auftreten“, sagt Baum. Er beschreibt den VfL als „eine sehr lauf- und sprintstarke Mannschaft, die sehr flexibel spielt. Das wird ein harter Brocken.“

Offensivspektakel? Eher nicht

Auch Glasner stellt das eigene Selbstvertrauen heraus. Sieben Bundesliga-Gegner haben sich bisher daran versucht, die Grün-Weißen zu knacken. Keinem ist es gelungen. Glasners Mannschaft verteidigt kompakt als Einheit und ist dadurch extrem schwer zu bespielen. Den richtigen Weg nach vorne finden die Spieler allerdings noch nicht regelmäßig. Sieben Tore sind eine miserable Ausbeute. Nur zwei Bundesliga-Konkurrenten sind noch ungefährlicher: Bielefeld (4) und der nächste Gegner Schalke (5).

Pongracic fehlt

Da insgesamt zehn VfL-Spieler bei ihren Nationalmannschaften weilten, konnte Glasner das Torschuss-Thema in der Pause nicht tiefgehend verbessern. Josip Brekalo, Admir Mehmedi und Renato Steffen waren beispielsweise nicht in der VW-Stadt. Die gute Nachricht: Das Trio ist wohlbehalten zurückgekehrt. Anders als Marin Pongracic. Der 23 Jahre alte Verteidiger hat sich bei der kroatischen Nationalmannschaft mit Covid-19 angesteckt und fehlt sicher gegen Schalke, wahrscheinlich auch noch im folgenden Heimspiel gegen Bremen.

Guilavogui in der Startelf?

Pongracic lieferte aber die einzige personelle Negativ-Nachricht der vergangenen Wochen. Denn mit Josuha Guilavogui, Kevin Mbabu, William und Paulo Otavio meldeten sich gleich vier zuletzt verletzte Akteure zurück. Kapitän Guilavogui drängt am ehesten auf einen Startplatz. Ob ihm Trainer Glasner diesen Wunsch erfüllt, wird sich am Samstag zeigen.

Kritik? „Thema ist abgehakt“

Dass der Österreicher in der leeren WM-Arena von 2006 auf dem Trainerstuhl sitzt, war nach Glasners Transferkritik, mit der er das gestörte Verhältnis zu Sportchef Jörg Schmadtke in die Öffentlichkeit trug, offen. Doch mittlerweile ist klar, dass der VfL-Trainer auch weiterhin Glasner heißt. In einem „konstruktiven Gespräch“ vergangene Woche kamen die Streitthemen auf den Tisch. Der Österreicher sagt nun: „Es ist alles abgehakt und vorbei.“ Der Fokus liegt wieder voll auf sportlichen Themen. Das ist wichtig vor dem Duell ohne Sieg gegen unbesiegt.

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