Vorentscheidung? Lerch denkt an die Saison 2018/19

Wolfsburg.  „Wir greifen wieder an“: Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg geben sich nach der 1:4-Niederlage bei Bayern München kämpferisch.

Lena Goeßling (vorne) und der VfL Wolfsburg haken die Meisterschaft auch nach dem 1:4 bei Bayern und nunmehr fünf Punkten Rückstand nicht ab.

Lena Goeßling (vorne) und der VfL Wolfsburg haken die Meisterschaft auch nach dem 1:4 bei Bayern und nunmehr fünf Punkten Rückstand nicht ab.

Foto: Angelika Warmuth / dpa

Kathrin Hendrich hatte gehofft, es sei eine „Momentaufnahme“ , dass der VfL Wolfsburg dem FC Bayern München in der Frauenfußball-Bundesliga hinterherläuft. Coach Stephan Lerch hatte gesagt, dass seine Mannschaft am Sonntagnachmittag wieder die Tabellenführung übernehmen möchte. Nach diesem Gipfeltreffen war die Enttäuschung beim VfL allerdings groß. Auch wenn die Wolfsburgerinnen insgesamt vielleicht ein gutes Spiel abgeliefert haben, so ging Bayerns 4:1-Sieg aufgrund der Effektivität und Kaltschnäuzigkeit sogar in Ordnung. Die vergebenen Großchancen in der wilden zweiten Halbzeit hielten sich schließlich auch die Waage. Und wie geht es für den Meister und Pokalsieger der vergangenen vier Jahre nun weiter? Die Hoffnung auf den Titelgewinn hat er jedenfalls noch nicht abgeschrieben. Lerch denkt da an die Saison 2018/19...

Der Spielbericht zur Niederlage in München: 1-4 bei Bayern – der VfL geht im Topspiel unter

Sieben Punkte betrug der Wolfsburger Vorsprung damals bis zum 11. Spieltag, übrigens auch dank eines rauschhaften 6:0-Heimsiegs gegen München. Dann kamen zwei Unentschieden im Dezember in Potsdam (1:1) und gegen Essen (0:0) und im Frühjahr schließlich eine Niederlage bei den Bayern (2:4) – und das eigentlich so satte Polster war dahin. „Es ist nicht immer einfach, wenn man auf dem ersten Platz ist. Der Druck ist enorm. Da muss man auch sehen, ob der FC Bayern auch damit umgehen kann“, so Lerch im Bewusstsein, dass diese Situation als Gejagter für die Münchnerinnen, die bei Wolfsburgs vier Meisterschaften in Serie jeweils Zweiter wurden, weitgehend neu ist.

Auf Bayern und den VfL warten noch einige Belastungsproben

Er weiß auch um die hohe Belastung, die – auf beide Teams – noch wartet: Der DFB-Pokal geht im Dezember mit dem Achtelfinale weiter, zudem beginnt dann erst die Champions League mit der Runde der letzten 32 Mannschaften. „Das wird für uns und auch den FC Bayern eine Herausforderung“, betont der VfL-Trainer.

Auch Lena Goeßling , aktuell Kapitänin an Stelle der verletzten Alexandra Popp, gibt sich kämpferisch: „Heute ist es traurig, und wir sind enttäuscht, denn wir haben uns etwas anderes vorgenommen. Aber die Saison ist noch lang, und wir werden natürlich nicht aufgeben und sagen, die deutsche Meisterschaft ist schon entschieden.“ So sieht’s auch ihr Coach: „Ich werde dem FC Bayern nicht gratulieren, und es ist aus meiner Sicht noch nichts entschieden. Wir greifen wieder an.“ Schon am Freitagabend (19.15 Uhr, Eurosport überträgt live) wartet das nun noch einmal wichtigere Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt auf den VfL.

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Lerch weiß: Müssen unsere Hausaufgaben machen

Bei aller nach außen getragenen Zuversicht nach dieser mit Sicherheit empfindlichen Niederlage: Sie wissen beim VfL genau, dass sie keine Punkte mehr liegenlassen dürfen, wie bereits zuvor beim überraschenden 1:1 in Freiburg geschehen. „Wir müssen unsere Hausaufgaben machen und dürfen uns nichts mehr erlauben“, weiß Lerch.

Denn, und das gehört auch zu seiner Geschichte aus der Saison 2018/19: Am Ende gewann Lerchs Mannschaft die Meisterschaft eben doch, und zwar mit vier Punkten Vorsprung – weil Bayern nach diesem 4:2 im direkten Duell eben noch zweimal unentschieden spielte, der VfL sich im Gegensatz dazu aber keine Blöße mehr gab. Bei all den Parallelen trotz umgekehrter Perspektive werden sie in Wolfsburg hoffen, dass sie auch dieses Mal das bessere Ende auf ihrer Seite haben.

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