Volkswagen beschleunigt Ausbau der E-Mobilität

Wolfsburg.   Bis 2028 will der Konzern fast 70 neue E-Modelle auf den Markt bringen und 22 Millionen Elektroautos bauen - fast sieben Millionen mehr als geplant.

Fahrzeugproduktion im VW-Werk Wolfsburg.

Fahrzeugproduktion im VW-Werk Wolfsburg.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Der VW-Konzern wird den Umbau zur Elektro-Mobilität noch einmal beschleunigen. Das teilte der Autobauer am Dienstagmorgen in Wolfsburg mit. So sollen bis 2028 nicht wie bisher geplant 50 neue E-Modelle vorgestellt werden, sondern nahezu 70.

Daraus resultiert, dass die Planungen für die Stückzahlen erhöht werden. Bisher wollte der VW-Konzern innerhalb der nächsten zehn Jahre – der sogenannten ersten Welle der E-Mobilität – 15 Millionen E-Fahrzeuge produzieren. Durch den Ausbau der Flotte sollen es nun 22 Millionen E-Autos sein.

Zugleich wollen die Wolfsburger die E-Mobilität bis 2050 CO2-neutral gestalten. Das gilt für den gesamten Prozess – von der Beschaffung bis zum Recycling. Dabei sollen die Lieferanten verpflichtend eingebunden werden. Besonders großes CO2-Einsparpotenzial sieht VW nach eigenen Angaben bei Stahl- und Aluminium-Lieferanten. Ein Stahlzulieferer des Autobauers ist die Salzgitter AG.

VW-Chef Diess: Keine betriebsbedingten Kündigungen

Konzernchef Herbert Diess betonte einmal mehr, dass der Umstieg zur E-Mobilität auch Schattenseiten hat. Dazu gehöre der Abbau von Arbeitsplätzen, den er zunächst nicht näher bezifferte. Nach seinen Angaben wird es „schwer, das nur mit Fluktuation und Altersteilzeit zu schaffen“. Diess: „Umso wichtiger ist eine gute Marktposition. Je erfolgreicher wir als Unternehmen mit der E-Mobilität sind, desto sicherer sind die Arbeitsplätze auf lange Sicht.“

Als Zielgröße gab Diess vor, dass der Anteil der E-Fahrzeuge in der Konzernflotte in Europa und in China bis 2030 auf mindestens 40 Prozent steigen soll. VW braucht die E-Autos in Europa, um die neuen strengeren CO2-Grenzwerte einzuhalten und um so Strafzahlungen zu umgehen. Schrittmacher der E-Mobilität ist allerdings China. Weil das Reich der Mitte für die Wolfsburger der wichtigste Markt ist, müssen sie dort entsprechende E-Autos anbieten, um nicht abgehängt zu werden.

Der VW-Konzern hat im vergangenen Jahr unterm Strich 11,8 Milliarden Euro verdient, knapp 650 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor. Im Konzerngewinn enthalten sind knapp 3,4 Milliarden Euro Gewinn aus dem China-Geschäft. Verkauft hat der Konzern im vergangenen 10,8 Millionen Fahrzeuge.

Die Marke VW erzielte ein operatives Ergebnis – also einen Gewinn aus dem laufenden Geschäft – von 3,2 Milliarden Euro. Das sind etwa 100 Millionen Euro weniger als im Jahr 2017. Vom operativen Gewinn der Marke müssen unter anderem 1,9 Milliarden Euro für die Aufarbeitung des Abgas-Betrugs abgezogen werden. 2017 beliefen sich die Belastungen aus dem Abgas-Skandal auf 2,8 Milliarden Euro.

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