Corona im Landkreis Wolfenbüttel: Die Fakten auf einen Blick

Wolfenbüttel.  Welche Läden bleiben zu? Was gilt für private Feiern? Wer kommt in Quarantäne? In Wolfenbüttel gibt es 190 Infizierte und 14 Corona-Todesfälle.

Auch in Wolfenbüttel heißt es wegen Corona: Abstand halten.

Auch in Wolfenbüttel heißt es wegen Corona: Abstand halten.

Foto: Maria Osburg

Der Landkreis Wolfenbüttel vermeldet aktuell 190 am Coronavirus erkrankte Personen (Stand 18. Juni). 175 am Coronavirus erkrankte Personen sind inzwischen wieder genesen, heißt es vom Landkreis weiter. 14 Personen, bei denen ein Test auf eine Corona-Infektion positiv ausfiel, sind verstorben. Es handelt sich um acht Heimbewohner des Senioren- und Pflegeheims der Grotjahn Stiftung in Schladen. In allen Fällen lagen Vorerkrankungen vor. Die ersten beiden Fälle wurden am Karfreitag bekannt.Am 14. April teilte die Grotjahn-Stiftung mit, dass zwei weitere Bewohner am Coronavirus verstarben.Der fünfte Fall ereignete sich am Freitag (17. April). Am Dienstag (21. April) vermeldete der Landkreis zwei weitere Tote. Am Donnerstag (30. April) gab die Stiftung zwei weitere Todesfälle bekannt.

Der Landkreis hat am 1. April einen Aufnahmestopp für Pflegeheime und ambulant betreute Wohnformen bis einschließlich 18. April 2020 verfügt. Eine Ausnahme gilt für Pflegeheime, die eine 14-tägige Quarantäne für neu aufgenommene Bewohnerinnen und Bewohner gewährleisten können. Diese müssen getrennt untergebracht werden.

Die Kreisverwaltung hat am Freitag, 20. März, zudem eine Allgemeinverfügung erlassen.

Landrätin Christiana Steinbrügge bittet um Umsicht und Verständnis: „Einschränkungen wie diese haben die wenigsten von uns bisher erlebt. Viele haben sich diese Entwicklungen noch vor wenigen Wochen nicht ausmalen können. Trotzdem sind diese Maßnahmen notwendig, um uns alle vor der weiteren Verbreitung des Coronavirus zu schützen. Wir bitten Sie alle um Verständnis und Umsicht. Das alltägliche Leben von uns allen wird in den nächsten Wochen eingeschränkt verlaufen, aber wenn jeder seinen Beitrag leistet, Hygieneregeln beachtet, soziale Kontakte meidet und einfach umsichtiger handelt, werden wir die Situation gemeinsam durchstehen.“

Ab Montag, 27. April, gilt zudem eine Tragepflicht eines Mund-Nasen-Schutzes für Kunden vom Öffentlichen Personen Nahverkehr (ÖPNV) und Einzelhandel. Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist jede textile Barriere, die aufgrund ihrer Beschaffenheit geeignet ist, eine Ausbreitung von übertragungsfähigen Tröpfchenpartikeln durch Husten, Niesen und Aussprache zu verringern, unabhängig von einer Kennzeichnung oderzertifizierten Schutzkategorie; geeignet sind auch Schals,Tücher, Buffs, aus Baumwolle oder anderem geeignetem Material selbst hergestellte Masken oder Ähnliches, heißt es in der Verordnung des Landes Niedersachsen.

Wer wird auf Corona getestet?

Die Entscheidung, wer getestet wird, trifft der Hausarzt, beziehungsweise der Bereitschaftsarzt. Die Ärzte orientieren sich dabei an den Richtlinien des Robert-Koch-Institutes (RKI). Die Infektion äußert sich durch grippeähnliche Symptome, wie etwa erhöhte Temperaturen, Fieber, Halsschmerzen, Husten oder Kurzatmigkeit. Wenn diese Symptome vorliegen und wenn eine dieser beiden Kriterien zutrifft, sollte eine Testung erfolgen: wenn es bis maximal 14 Tage vor Erkrankungsbeginn Kontakt zu einem bestätigten positiven Fall gab oder wenn es Hinweise auf eine Lungenentzündung (Pneumonie) und einen Zusammenhang mit anderen gehäuft aufgetretenen Lungenentzündungen in einer Pflegeeinrichtung oder Krankenhaus gibt. Beide oben genannte Konstellationen sind sogenannte begründete Verdachtsfälle.

Wer kommt in Quarantäne?

In Quarantäne kommen alle Menschen, die getestet werden UND die Menschen, die Kontakt mit einem nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen hatten. Die zuletzt genannte Gruppe ist ansteckungsverdächtig, ohne bereits krank zu sein. Das Gesundheitsamt ordnet die Quarantäne an. In der Regel sollen sich die betroffenen Menschen zu Hause isolieren. Schwerkranke werden gegebenenfalls im Klinikum isoliert.

Was passiert während einer Quarantäne?

Während einer Quarantäne darf das Haus nicht verlassen werden – auch nicht für kurze Zeit oder um Besorgungen zu erledigen. Betroffene können Familienangehörige, Freunde oder Nachbarn bitten, ihnen zu helfen und beispielsweise Lebensmittel zu besorgen, die dann vor der Haustür abgestellt werden können. Sollte dies nicht möglich sein, kann das Gesundheitsamt über das Deutsche Rote Kreuz eine Versorgung veranlassen. Um den Gesundheitszustand der Betroffenen im Blick zu behalten, stehen das Gesundheitsamt und die Betroffenen in Kontakt. Sollten sich Symptome, wie beispielsweise eine erhöhte Körpertemperatur, abzeichnen, wird ein Test auf das Coronavirus veranlasst.

Auch in der Quarantäne ist es möglich, soziale Kontakte zu pflegen – nur eben nicht persönlich. Eine Quarantäne kann unter Umständen auch psychisch belastend sein, daher ist es wichtig, dass Betroffene im Austausch und Kontakt mit Freunden und Familie über Telefon und Internet bleiben.

Was passiert, wenn jemand gegen die Quarantäne-Auflagen verstößt?

Die Quarantäne dient dem Schutz aller Menschen vor der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus. Es ist daher sehr wichtig sich an die Anordnung zu halten. Verstöße gegen eine angeordnete Quarantäne können mit einer hohen Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet werden. Es ist ein Bußgeld in Höhe von bis zu 25.000 Euro vorgesehen.

Wann wird man wieder aus der Quarantäne entlassen?

Wenn jemand, der gar nicht erst getestet wurde, nach 14 Tagen Quarantäne symptomfrei und gesund ist, wird die Quarantäne aufgehoben. Falls jemand positiv auf den Coronavirus getestet wurde, wird ebenfalls nach 14 Tagen Quarantäne geschaut, ob der Betroffene symptomfrei ist. Dann findet vor Aufhebung der Quarantäne noch ein abschließender Test statt.

Verbote und Schließungen (Stand 20. April)

Alle Geschäfte dürfen – unter Auflagen – wieder öffnen. Die Beschränkung der Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter entfällt ebenso wie die Berücksichtigung der Branche, was zum Beispiel die Möbelhäuser freut. Allerdings müssen Mindestabstände und andere Hygienestandards eingehalten werden.

Restaurants, Speisegaststätten, Systemgastronomie, Imbisse und Mensen können wieder öffnen, dürfen dabei jedoch maximal die Hälfte der Plätze vergeben. Eine Reservierung ist nicht zwingend gefordert, wird seitens der Landesregierung aber empfohlen. Die Kunden müssen zudem ihre Kontaktdaten hinterlassen, damit im Fall der Fälle mögliche Infektionsketten nachverfolgt werden können. Selbstbedienung und Buffets sind untersagt. Bars, Kneipen und Diskotheken bleiben noch geschlossen.

Am Mittwochabend (25. März) teilte die Stadt Wolfenbüttel mit, dass die Stadt, gemeinsam mit dem Landkreis und der Unternehmerfamilie Mast den gebeutelten Wolfenbütteler Unternehmen mit einem Solidarfonds schnell helfen wollen. Der Solidarfonds kann ab sofort Anträge annehmen. Was dafür nötig ist, finden Sie hier.

Ab Montag, 4. Mai, besteht für Bürger wieder die Möglichkeit, ihre Anliegen persönlich bei der Verwaltung des Landkreises Wolfenbüttel vorzubringen. Seit der Schließung der Verwaltung am 19. März war dies nur in sehr dringlichen Fällen möglich. Auch die Stadtverwaltung hat seit dem 4. Mai wieder geöffnet. Es gibt jedoch Auflagen für Besucher. Die Stadtbücherei hat ebenfalls wieder geöffnet – und verzeichnet gesteigerte Nutzer- und Ausleihzahlen.corona- niedersachsen schließt ab dienstagmorgen viele geschäfte

Freizeiteinrichtungen im Landkreis Wolfenbüttel wieder geöffnet

In der Stadt und dem Landkreis müssen wegen der Corona-Krise Freizeiteinrichtungen wie Kneipen, Diskotheken, Theater, Kinos und Spielhallen schließen. Auch öffentliche Sportanlagen, Fitnessstudios und Schwimmbäder bleiben zu. Die Stadt Wolfenbüttel will die Spielplätze zeitnah wieder öffnen. Auch die Wiedereröffnung der Museen werden vorbereitet.

Gottesdienste wieder erlaubt

Glaubensgemeinschaften können wieder an Gottesdiensten teilnehmen – aber nur mit ausreichend Sicherheitsabstand. Auf Empfehlung der Landeskirchen dürfe in Gottesdiensten nicht gesunden werden.

Besuche in Klinikum Wolfenbüttel und Altenheimen wieder möglich

Landesweit galt ein Besuchsverbot in allen Krankenhäusern und Altenheimen. Dieses Verbot ist nun wieder aufgehoben.

Weitere Verschärfung im Umgang mit Veranstaltungen und Treffen

Die Zwei-Personen-Regel wird etwas gelockert. Mitglieder aus einem Hausstand dürfen sich mit denen eines anderen Hausstands treffen, etwa auch im Restaurant. Ob die Teilnehmerzahl dabei beschränkt wird oder nicht, war nach den Bund-Länder-Beratungen für Niedersachsen noch nicht entschieden. Verstöße gegen die Allgemeinverfügung können mit einem Bußgeld in einer Höhe bis zu 25.000 Euro geahndet werden.

Die wichtigsten Telefonnummern im Fall einer möglichen Infektion:

Krankheitssymptome: Wer grippeähnliche Symptome hat (Fieber, trockener Husten, Abgeschlagenheit, Halskratzen, Atemproblemen, Kopf- und Gliederschmerzen) und Kontakt zu einer infizierten Person hatte oder in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet war (Italien, Iran, chinesische Provinz Hubei, südkoreanische Provinz Gyeongsangbuk-do, die Region Grand Est in Frankreich, Tirol und Madrid, die US-Bundesstaaten Kalifornien, Washington und New York) sollte seinen Hausarzt anrufen! Bitte NICHT in die Notaufnahmen der Kliniken gehen. Die Risikogebiete werden auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts täglich aktualisiert.

Außerhalb der Hausarzt-Sprechzeiten: Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117 (Montag, Dienstag und Donnerstag ab 19 Uhr, Mittwoch und Freitag ab 15 Uhr sowie Sonnabend, Sonntag und Feiertag ab 8 Uhr und jeweils bis 7 Uhr des darauffolgenden Tages).

Allgemeine Fragen zum Virus im Landkreis Wolfenbüttel:

Die Landkreisverwaltung hat eine Corona-Hotline für Fragen an das Gesundheitsamt eingerichtet: Das Bürgertelefon des Landkreises ist montags von 8 bis 12.30 Uhr und 14 bis 16 Uhr, dienstags und mittwochs von 8 bis 12.30 Uhr, donnerstags von 8 bis 12.30 Uhr und 14 bis 16 Uhr, freitags von 8 bis 12.30 Uhr und am Samstag von 10 bis 14 Uhr unter folgender Nummer erreichbar: (05331) 84 444. Die E-Mail-Adresse für schriftliche Fragen an das Wolfenbütteler Gesundheitsamt lautet: buergerpost@lk-wf.de.

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So fahren Busse und Bahnen in Wolfenbüttel

Im Zuge der zuletzt beschlossenen Lockerungen und der damit verbundenen Wiederaufnahme des Schulunterrichts, passt die KVG Braunschweig ihre Fahrpläne entsprechend der erhöhten Nachfrage an.

Folgende Änderungen ergeben sich dadurch in der Stadt und dem Landkreis Wolfenbüttel:

Für einige Linien gelte ein Sonderfahrplan, viele Linien verkehren jedoch wieder nach Normalverkehr. An allen Tagen entfallen die Fahrten, die an den Endhaltestellen nach 22 Uhr beginnen. Die Flächen-AST-Verkehre werden an allen Tagen nur bis 22 Uhr durchgeführt. Der Normalverkehr findet laut Fahrplan auf folgenden Linien statt: 604, 607, 792, 794, 795, 796, 797, 798 und 799. Sonderverkehr gelte auf folgenden Linien: 630, 710, 789, 790 und 791.

Die Semesterlinie 793 verkehre nicht. Als Alternative zur Ostfalia-Hochschule stehe die Linie 798 zur Verfügung

Die Schulen starten langsam in den Regelbetrieb – wann besteht ein Anspruch auf Notbetreuung?

Zunächst durften die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen in die Schulen zurückkehren – 1100 Kinder und Jugendliche nahmen am 27. April den Unterricht wieder auf. Am 4. Mai war es dann auch für die Grundschüler soweit – 987 Viertklässler aus dem Landkreis nehmen wieder am Unterricht teil.

Die übrigen Jahrgängen sollen nach und nach zurückkehren. Für Schülerinnen und Schüler der Schuljahrgänge 1 bis 8 ist bis dahin in den Schulen eine Notbetreuung anzubieten. Die Notbetreuung dient dazu, Kinder aufzunehmen, deren Erziehungsberechtigte in sogenannten kritischen Infrastrukturen tätig sind. Hierzu gehören insbesondere folgende Berufsgruppen: Beschäftigte im Gesundheitsbereich, medizinischen Bereich und pflegerischem Bereich, Beschäftigte zur Aufrechterhaltung der Staats- und Regierungsfunktionen, Beschäftigte im Bereich der Polizei, Rettungsdienst, Katastrophenschutz und Feuerwehr, Beschäftigte im Vollzugsbereich einschließlich Justizvollzug, Maßregelvollzug und vergleichbare Bereiche.

Des Weiteren erfolgt eine Betreuung in besonderen Härtefällen (z. B. drohende Kündigung, erheblicher Verdienstausfall). Die Notbetreuung wird durch die Schulen organisiert.

Für weitere Fragen von Eltern und Schulen steht die Servicestelle der Niedersächsischen Landesschulbehörde unter der Hotline der Regionalabteilung Braunschweig telefonisch unter der Rufnummer 0531 484 3333 oder per E-Mail service-bs@nlschb.niedersachsen.de zur Verfügung.

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Gibt es einen Anspruch auf Beförderung zur Notbetreuung?

Ja. Ab dem 17 März wird die Schülerbeförderung in der Notbetreuung individuell geregelt. Sofern nicht der öffentliche Personennahverkehr genutzt werden kann, ist der Landkreis von den Schulen entsprechend zu informieren.

Kindertagesstätten und Kindertagespflegestellen in Stadt und Landkreis Wolfenbüttel geschlossen

Auch Kindertagesstätten und Kindergärten sind derzeit zu. Auch hier kann für Kinder von Erziehungsberechtigten in der sogenannten kritischen Infrastruktur eine Notbetreuung eingerichtet werden. Eltern sollten sich an die jeweilige Einrichtung oder an die Gemeinde beziehungsweise Samtgemeinde wenden. Auch Kindertagespflegestellen bleiben wegen der Corona-Krise bis zum 18. April zu. Auch hier kann für Kinder von Erziehungsberechtigten in der sogenannten kritischen Infrastruktur oder in besonderen Härtefällen (bspw. drohende Kündigung) eine Notbetreuung eingerichtet werden.

Nur 10 Kinder in Kitas der Stadt Wolfenbüttel betreut

Eine mündliche Aussage der Erziehungsberechtigten hierzu gegenüber der Kindertagespflegeperson reicht vorerst als Nachweis. Die Aussage wird schriftlich durch die Kindertagespflegperson dokumentiert und unverzüglich dem FKSB im Landkreis Wolfenbüttel zugeleitet.

Informationen für Unternehmen

Infos zu wirtschaftlichen Auswirkungen und finanziellen Fördermöglichkeiten für betroffene Unternehmen gibt es beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unter (030) 18615-1515 und beim Niedersächsischen Wirtschaftsministerium unter (0511) 120-7872.

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