Corona im Landkreis Wolfenbüttel: Die Fakten auf einen Blick

Wolfenbüttel.  Welche Läden bleiben zu? Was gilt für private Feiern und Klinik-Besuche? Wer kommt in Quarantäne? In Wolfenbüttel gibt es 73 Corona-Fälle.

Auch in Wolfenbüttel heißt es wegen Corona: Abstand halten.

Auch in Wolfenbüttel heißt es wegen Corona: Abstand halten.

Foto: Maria Osburg

Der Landkreis Wolfenbüttel vermeldet aktuell 73 am Coronavirus erkrankte Personen (Stand 3. April). Vor etwa einer Woche (24. März) gab der Landkreis auf seiner Homepage noch 11 Erkrankte an.

Im Wolfenbütteler Klinikum werden derzeit drei Corona-Erkrankte behandelt – einer davon auf der Intensivstation.

Auch die Läden bleiben wegen des Coronavirus zu. Sportanlagen und Spielplätze dürfen in der Stadt und dem Landkreis Wolfenbüttel nicht mehr genutzt werden.

Der Landkreis hat am 1. April einen Aufnahmestopp für Pflegeheime und ambulant betreute Wohnformen bis einschließlich 18. April 2020 verfügt. Eine Ausnahme gilt für Pflegeheime, die eine 14-tägige Quarantäne für neu aufgenommene Bewohnerinnen und Bewohner gewährleisten können. Diese müssen getrennt untergebracht werden.

Im Landkreis Wolfenbüttel stehen mittlerweile 1370 Schüler unter häuslicher Quarantäne . Die Kreisverwaltung hat am Freitag, 20. März, zudem eine Allgemeinverfügung erlassen.

Landrätin Christiana Steinbrügge bittet um Umsicht und Verständnis: „Einschränkungen wie diese haben die wenigsten von uns bisher erlebt. Viele haben sich diese Entwicklungen noch vor wenigen Wochen nicht ausmalen können. Trotzdem sind diese Maßnahmen notwendig, um uns alle vor der weiteren Verbreitung des Coronavirus zu schützen. Wir bitten Sie alle um Verständnis und Umsicht. Das alltägliche Leben von uns allen wird in den nächsten Wochen eingeschränkt verlaufen, aber wenn jeder seinen Beitrag leistet, Hygieneregeln beachtet, soziale Kontakte meidet und einfach umsichtiger handelt, werden wir die Situation gemeinsam durchstehen.“

Die Zahl der Infizierten

Im Landkreis Wolfenbüttel gibt es 73 Fälle, die nachweislich mit dem Coronavirus infiziert und erkrankt sind (Stand 3. April). Als erstes positiv getestet wurde eine Frau, eine Reiserückkehrerin aus dem Skiurlaub in Tirol. Die Person befindet sich seit mehreren Tagen in häuslicher Quarantäne.

Wer wird auf Corona getestet?

Die Entscheidung, wer getestet wird, trifft der Hausarzt, beziehungsweise der Bereitschaftsarzt. Die Ärzte orientieren sich dabei an den Richtlinien des Robert-Koch-Institutes (RKI). Die Infektion äußert sich durch grippeähnliche Symptome, wie etwa erhöhte Temperaturen, Fieber, Halsschmerzen, Husten oder Kurzatmigkeit. Wenn diese Symptome vorliegen und wenn eine dieser beiden Kriterien zutrifft, sollte eine Testung erfolgen: wenn es bis maximal 14 Tage vor Erkrankungsbeginn Kontakt zu einem bestätigten positiven Fall gab oder wenn es Hinweise auf eine Lungenentzündung (Pneumonie) und einen Zusammenhang mit anderen gehäuft aufgetretenen Lungenentzündungen in einer Pflegeeinrichtung oder Krankenhaus gibt. Beide oben genannte Konstellationen sind sogenannte begründete Verdachtsfälle.

Wer kommt in Quarantäne?

In Quarantäne kommen alle Menschen, die getestet werden UND die Menschen, die Kontakt mit einem nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen hatten. Die zuletzt genannte Gruppe ist ansteckungsverdächtig, ohne bereits krank zu sein. Das Gesundheitsamt ordnet die Quarantäne an. In der Regel sollen sich die betroffenen Menschen zu Hause isolieren. Schwerkranke werden gegebenenfalls im Klinikum isoliert.

Was passiert während einer Quarantäne?

Während einer Quarantäne darf das Haus nicht verlassen werden – auch nicht für kurze Zeit oder um Besorgungen zu erledigen. Betroffene können Familienangehörige, Freunde oder Nachbarn bitten, ihnen zu helfen und beispielsweise Lebensmittel zu besorgen, die dann vor der Haustür abgestellt werden können. Sollte dies nicht möglich sein, kann das Gesundheitsamt über das Deutsche Rote Kreuz eine Versorgung veranlassen. Um den Gesundheitszustand der Betroffenen im Blick zu behalten, stehen das Gesundheitsamt und die Betroffenen in Kontakt. Sollten sich Symptome, wie beispielsweise eine erhöhte Körpertemperatur, abzeichnen, wird ein Test auf das Coronavirus veranlasst.

Auch in der Quarantäne ist es möglich, soziale Kontakte zu pflegen – nur eben nicht persönlich. Eine Quarantäne kann unter Umständen auch psychisch belastend sein, daher ist es wichtig, dass Betroffene im Austausch und Kontakt mit Freunden und Familie über Telefon und Internet bleiben.

Was passiert, wenn jemand gegen die Quarantäne-Auflagen verstößt?

Die Quarantäne dient dem Schutz aller Menschen vor der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus. Es ist daher sehr wichtig sich an die Anordnung zu halten. Verstöße gegen eine angeordnete Quarantäne können mit einer hohen Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet werden. Es ist ein Bußgeld in Höhe von bis zu 25.000 Euro vorgesehen.

Wann wird man wieder aus der Quarantäne entlassen?

Wenn jemand, der gar nicht erst getestet wurde, nach 14 Tagen Quarantäne symptomfrei und gesund ist, wird die Quarantäne aufgehoben. Falls jemand positiv auf den Coronavirus getestet wurde, wird ebenfalls nach 14 Tagen Quarantäne geschaut, ob der Betroffene symptomfrei ist. Dann findet vor Aufhebung der Quarantäne noch ein abschließender Test statt.

Verbote und Schließungen

Seit Dienstag (17. März) gilt der Erlass des Landes Niedersachsen, wonach viele Geschäfte geschlossen bleiben müssen – zum Beispiel Modegeschäfte, Elektronikmärkte und Möbelhäuser. Die Maßnahmen sind zunächst befristet bis zum 18. April.

Auch Restaurants, Speisegaststätten, Systemgastronomie, Imbisse und Mensen werden für den Publikumsverkehr geschlossen. Ausnahme: Der Verkauf von Speisen und Getränken im Rahmen eines Außerhausverkaufs oder eines Lieferdienstes für den täglichen Bedarf nach telefonischer oder elektronischer Bestellung.

Am Mittwochabend (25. März) teilte die Stadt Wolfenbüttel mit, dass die Stadt, gemeinsam mit dem Landkreis und der Unternehmerfamilie Mast den gebeutelten Wolfenbütteler Unternehmen mit einem Solidarfonds schnell helfen wollen. Der Solidarfonds kann ab sofort Anträge annehmen. Was dafür nötig ist, finden Sie hier.

Auch die Verwaltungen der Stadt und des Landkreises Wolfenbüttel bleiben ab Donnerstag (19. März) für den Publikumsverkehr geschlossen. Bürger sollen sich telefonisch oder per E-Mail melden. Viele Dienstleistungen können auch online beantragt werden.

Supermärkte weiterhin geöffnet

Ausdrücklich nicht betroffen sind dabei unter anderem der Lebensmittelhandel, Apotheken, Drogerien und Tankstellen sowie Dienstleister aus dem Gesundheitsbereich.

Corona- Niedersachsen schließt ab Dienstagmorgen viele Geschäfte

Freizeiteinrichtungen müssen im Landkreis Wolfenbüttel schließen

In der Stadt und dem Landkreis müssen wegen der Corona-Krise Freizeiteinrichtungen wie Kneipen, Diskotheken, Theater, Museen, Kinos und Spielhallen schließen. Auch öffentliche Sportanlagen, Fitnessstudios und Schwimmbäder bleiben zu. Auch Spielplätze dürfen nicht genutzt werden.

Keine Gottesdienste mehr

Zusammenkünfte in Vereinen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen sind untersagt. Glaubensgemeinschaften dürfen sich wegen des Coronavirus nicht mehr in Kirchen oder sonstigen Gemeindezentren treffen

Besuche in Klinikum Wolfenbüttel und Altenheimen untersagt

Landesweit gilt ein Besuchsverbot in allen Krankenhäusern und Altenheimen. Ausgenommen sind Besuche von werdenden Eltern, Eltern von Neugeborenen, Eltern und Sorgeberechtigte von Kindern auf Kinderstationen sowie Besuche enger Angehöriger von Palliativpatienten.

Weitere Verschärfung im Umgang mit Veranstaltungen und Treffen

Private Veranstaltungen und Ansammlungen im Freien mit mehr als zwei Personen sind wegen des Coronavirus nicht mehr erlaubt. Die bisher verfügte Grenze lag bei 100 Personen. Verstöße gegen die Allgemeinverfügung können mit einem Bußgeld in einer Höhe bis zu 25.000 Euro geahndet werden.

Die wichtigsten Telefonnummern im Fall einer möglichen Infektion:

Krankheitssymptome: Wer grippeähnliche Symptome hat (Fieber, trockener Husten, Abgeschlagenheit, Halskratzen, Atemproblemen, Kopf- und Gliederschmerzen) und Kontakt zu einer infizierten Person hatte oder in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet war (Italien, Iran, chinesische Provinz Hubei, südkoreanische Provinz Gyeongsangbuk-do, die Region Grand Est in Frankreich, Tirol und Madrid, die US-Bundesstaaten Kalifornien, Washington und New York) sollte seinen Hausarzt anrufen! Bitte NICHT in die Notaufnahmen der Kliniken gehen. Die Risikogebiete werden auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts täglich aktualisiert.

Außerhalb der Hausarzt-Sprechzeiten: Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117 (Montag, Dienstag und Donnerstag ab 19 Uhr, Mittwoch und Freitag ab 15 Uhr sowie Sonnabend, Sonntag und Feiertag ab 8 Uhr und jeweils bis 7 Uhr des darauffolgenden Tages).

Allgemeine Fragen zum Virus im Landkreis Wolfenbüttel:

Die Landkreisverwaltung hat eine Corona-Hotline für Fragen an das Gesundheitsamt eingerichtet: Das Bürgertelefon des Landkreises ist montags von 8 bis 16 Uhr, dienstags und mittwochs von 8 bis 15 Uhr, donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 12.30 Uhr unter folgender Nummer erreichbar: (05331) 84 444. Die E-Mail-Adresse für schriftliche Fragen an das Wolfenbütteler Gesundheitsamt lautet: buergerpost@lk-wf.de.

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So fahren Busse und Bahnen in Wolfenbüttel

Montags bis freitags gilt der Samstagsfahrplan. Die Linien des Berufsverkehrs verkehren. Samstags und sonntags gelten die normalen Fahrpläne. An Allen Tagen entfallen die Fahrten, die an den Endhaltestellen nach 22 Uhr beginnen, schreibt die Kraftverkehrsgesellschaft (KVG).
Taxenverkehre zu den Schulen finden nicht mehr statt. Dies umfasst auch die (Behinderten-)Beförderung zu den Förderschulen. Sofern eine Notbetreuung in der Schule erforderlich ist, ist der Landkreis von den Schulen entsprechend zu informieren, um eine individuelle Beförderung zu regeln.

Wann werden Schüler wieder regulär Bus, Bahn usw. fahren können?

Die Schülerbeförderung der weiterführenden Schulen setzt laut Landkreis Wolfenbüttel für die Abiturienten frühestens zum 15. April wieder ein. Für alle anderen Schülerinnen und Schüler beginnt der Unterricht voraussichtlich am 20. April.

Die Schulen sind zu ­– wann besteht ein Anspruch auf Notbetreuung?

Die Schulen sind wegen des Coronavirus geschlossen. Für Schülerinnen und Schüler der Schuljahrgänge 1 bis 8 ist in den Schulen eine Notbetreuung anzubieten. Die Notbetreuung dient dazu, Kinder aufzunehmen, deren Erziehungsberechtigte in sogenannten kritischen Infrastrukturen tätig sind. Hierzu gehören insbesondere folgende Berufsgruppen: Beschäftigte im Gesundheitsbereich, medizinischen Bereich und pflegerischem Bereich, Beschäftigte zur Aufrechterhaltung der Staats- und Regierungsfunktionen, Beschäftigte im Bereich der Polizei, Rettungsdienst, Katastrophenschutz und Feuerwehr, Beschäftigte im Vollzugsbereich einschließlich Justizvollzug, Maßregelvollzug und vergleichbare Bereiche.

Des Weiteren erfolgt eine Betreuung in besonderen Härtefällen (z. B. drohende Kündigung, erheblicher Verdienstausfall). Die Notbetreuung wird durch die Schulen organisiert.

Für weitere Fragen von Eltern und Schulen steht die Servicestelle der Niedersächsischen Landesschulbehörde unter der Hotline der Regionalabteilung Braunschweig telefonisch unter der Rufnummer 0531 484 3333 oder per E-Mail service-bs@nlschb.niedersachsen.de zur Verfügung.

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Gibt es einen Anspruch auf Beförderung zur Notbetreuung?

Ja. Ab dem 17 März wird die Schülerbeförderung in der Notbetreuung individuell geregelt. Sofern nicht der öffentliche Personennahverkehr genutzt werden kann, ist der Landkreis von den Schulen entsprechend zu informieren.

Kindertagesstätten und Kindertagespflegestellen in Stadt und Landkreis Wolfenbüttel geschlossen

Auch Kindertagesstätten und Kindergärten sind derzeit zu. Auch hier kann für Kinder von Erziehungsberechtigten in der sogenannten kritischen Infrastruktur eine Notbetreuung eingerichtet werden. Eltern sollten sich an die jeweilige Einrichtung oder an die Gemeinde beziehungsweise Samtgemeinde wenden. Auch Kindertagespflegestellen bleiben wegen der Corona-Krise bis zum 18. April zu. Auch hier kann für Kinder von Erziehungsberechtigten in der sogenannten kritischen Infrastruktur oder in besonderen Härtefällen (bspw. drohende Kündigung) eine Notbetreuung eingerichtet werden.

Nur 10 Kinder in Kitas der Stadt Wolfenbüttel betreut

Eine mündliche Aussage der Erziehungsberechtigten hierzu gegenüber der Kindertagespflegeperson reicht vorerst als Nachweis. Die Aussage wird schriftlich durch die Kindertagespflegperson dokumentiert und unverzüglich dem FKSB im Landkreis Wolfenbüttel zugeleitet.

Informationen für Unternehmen

Infos zu wirtschaftlichen Auswirkungen und finanziellen Fördermöglichkeiten für betroffene Unternehmen gibt es beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unter (030) 18615-1515 und beim Niedersächsischen Wirtschaftsministerium unter (0511) 120-7872.

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