Neuer Windpark soll entstehen

Beuchte.  Zwischen Schladen und Beuchte sollen elf neue Windräder entstehen.

Alle Unterlagen und Nachweise liegen vor: Nun bereiten Projektplaner Dr. Tim Ebert (links) und Initiator Clemens von König den Bauantrag für den Bürgerwindpark Beuchte vor.

Alle Unterlagen und Nachweise liegen vor: Nun bereiten Projektplaner Dr. Tim Ebert (links) und Initiator Clemens von König den Bauantrag für den Bürgerwindpark Beuchte vor.

Foto: Jörg Kleinert

Im Mai dieses Jahres war der Bau von etwa 250 neuen Windkraft-Anlagen im Großraum Braunschweig genehmigt worden. Dem ging ein neun Jahre dauerndes Ringen zwischen Regionalverband Großraum Braunschweig, den Gemeinden und Initiativen voraus. Einige Flurstücke der nun ausgewiesenen „Vorranggebiete Windenergienutzung“ liegen zwischen Schladen und Beuchte am Südrand des Landkreises Wolfenbüttel.

Drehen sich dort – links und rechts der Bundesstraße 82 Richtung Beuchte, unmittelbar hinter der Auf- und Abfahrt Schladen-Süd der Autobahn 36 – bald Windenergieräder? Geht es nach Clemens von König, Chef der „Gut Beuchte Dienstleistungs GmbH“, dann lautet die Antwort: Ja. Seit zehn Jahren plant der Beuchter Landwirt den Bau.

„Wir reden nicht mehr über Fiktives, sondern über eine Sache, die sich in greifbarer Umsetzungsplanung befindet“, sagte von König noch im August. Der Bau von elf Anlagen ist geplant. Die Nabenhöhe beträgt 166 Meter, die Rotorspitze befindet sich in 247 Metern Höhe. Jede Anlage koste laut von König sechs Millionen Euro, insgesamt seien 60 Megawatt Stromleistung machbar. Eine Mühle könne 3700 Haushalte versorgen.

Nach aktuellem Stand ist indes Geduld gefragt, sagt Tim Ebert, Geschäftsführer der Bürgerwindpark Beuchte Planungsgesellschaft und Projektpartner von Königs. „Im November steht noch ein Scoping-Termin an.“ Soll heißen: In Planungsprozessen sind bei bestimmten Bauvorhaben Untersuchungen über die Auswirkung des Projektes auf die Umwelt in der EU seit 1997 gesetzlich vorgeschrieben. Zu dem Termin können unter anderem anerkannte Umweltverbände sowie sonstige Dritte hinzugezogen werden. Denn: Da wäre noch die Sache mit dem Rotmilan. Die gefährdete Greifvogelart nistet vor allem in Deutschland, einige Paare auch rund um Beuchte und Schladen. Ornithologen, durch von König beauftragt, haben dies festgestellt.

Seit es immer mehr Windräder gibt, ist der Rotmilan vom Aussterben bedroht, denn anders als andere Vögel lässt er sich nicht von Windkraftanlagen verscheuchen. Und er ist immer dann zur Stelle, wenn der Landwirt auf seinem Acker rund um die Stahltürme mäht, pflügt, grubbert, eggt oder erntet. Dann macht der Rotmilan leicht Beutetiere wie Mäuse und Feldhamster aus. Die Beuchter Anlagenplaner wollen daher automatisierte Kamera-Überwachungstechnik installieren. Die im Modell „Identiflight“ eingebauten Weitwinkelkameras erkennen Großvögel in 1000 Meter Entfernung, bewegliche Stereokameras messen Distanz und Flughöhe.

Vier solcher Systeme sollen im Beuchter Bürgerwindpark installiert werden, jedes 250.000 Euro teuer. Diese Investition sei ein Muss, verdeutlicht von König: „Denn ist der Artenschutz nicht gesichert, gibt es auch keine Baugenehmigung.“ „Die Bauzeit beträgt zehn bis zwölf Monate“, sagt Projektplaner Ebert. Spätestens Anfang 2023 sollen die Anlagen stehen.

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