Landkreis Wolfenbüttel meldet 260 Corona-Verstöße

Wolfenbüttel.  Polizei und Ordnungsdienst kontrollieren regelmäßig in der Fußgängerzone. Viele Anzeigen wegen Verstoß gegen Kontaktbeschränkungen.

Der Stadtordnungsdienst und die Polizei Wolfenbüttel gehen regelmäßig gemeinsam auf Streife in der Fußgängerzone. 

Der Stadtordnungsdienst und die Polizei Wolfenbüttel gehen regelmäßig gemeinsam auf Streife in der Fußgängerzone. 

Foto: Tobias Schneider

Entspannt, aber mit wachsamen Augen stehen sechs Bereitschaftspolizisten aus Braunschweig vor dem Bankhaus Seeliger in Wolfenbüttel. Hinter ihnen parkt der Mannschaftswagen, aus dem die Beamten zuvor ausgestiegen sind. Ihre Aufgabe: Präsenz zeigen und in der Fußgängerzone nach Verstößen gegen die Maskenpflicht Ausschau halten. Und es wirkt: Schon beim Anblick der Polizisten rückt der eine oder andere Passant seine Mund-Nasen-Bedeckung noch einmal zurecht.

Es ist mittlerweile schon ein gewohntes Bild in der Wolfenbütteler Innenstadt geworden. Beim Betreten der Fußgängerzone heißt es seit dem 28. Oktober: Maske tragen – zwischen 7 und 23 Uhr! Darauf weisen auch einige Schilder hin – unter anderem am Stadtmarkt, an der Langen Herzogstraße und in den Krambuden. Auch beim Gang durch die Gassen und Straßen tragen die meisten ihren Mundschutz. Viele Menschen sind aber nicht unterwegs. Es ist deutlich weniger los, seitdem die Cafés und Restaurants schließen mussten.

Klärendes Gespräch zu Corona-Regeln

Unter den wenigen Passanten gebe es aber dennoch immer wieder Fälle, in denen die Maske gar nicht oder nicht richtig getragen werde, sagt Wolfenbüttels Polizeisprecher Frank Oppermann.

„Es sind zum Glück nur Einzelfälle. Die meisten Wolfenbütteler halten sich an die Maskenpflicht in der Fußgängerzone. Manch einer zieht sich die Maske vom Gesicht, sobald er das Geschäft verlassen hat – vielleicht ist er noch im Rhythmus von den zuvor geltenden Regeln. Eine andere Ausrede ist, dass man es vergessen habe, die Maske aufzusetzen. Mittlerweile gehe ich aber davon aus, dass auch jeder mitbekommen hat, was die Politik seit Wochen und Monaten bespricht“, sagt Oppermann. Meist seien diese kleinen Vergehen aber nach einem aufklärendem Gespräch erledigt.

Verstoß gegen die Maskenpflicht kostet

So auch geschehen während des Pressetermins in der vergangenen Woche. Eine Frau schwang sich auf ihr Rad ohne ihre Mund-Nasen-Bedeckung aufzusetzen – nur wenige Meter von den Polizeibeamten und den Mitarbeitern des Stadtordnungsdienstes entfernt. Schnell werden die Beamten auf die Frau aufmerksam und sprechen sie an. Sie bitten sie, ihre Maske aufzusetzen und vom Fahrrad zu steigen. Der Aufforderung kommt die Frau sofort nach. „Wir suchen in erster Linie das Gespräch. Es hagelt nicht sofort Anzeigen“, sagt der Polizeisprecher.

Laut Oppermann führt der Stadtordnungsdienst und die Wolfenbütteler Polizei – die von der Bereitschaftspolizei aus Braunschweig unterstützt wird – täglich 20 bis 40 Gespräche. Im Durchschnitt gebe es aber auch drei bis fünf Ordnungswidrigkeitsanzeigen am Tag. Die Regelverstöße gehen zum Landkreis Wolfenbüttel, welcher die Anzeigen verwaltet und anschließend die Bußgeldbescheide ausstellt. Ein erstmaliger Verstoß gegen die Maskenpflicht koste zwischen 100 und 150 Euro.

Verstoß gegen Kontaktbeschränkung

Allerdings gehen beim Landkreis auch weitere Verstöße gegen die Corona-Regeln ein. Bis zum 18. November sind insgesamt 260 Verstöße gemeldet worden. 172 davon wurden bis zu diesem Datum

geahndet. Laut Landkreis Angaben wurde am meisten gegen die Kontaktbeschränkung in der Öffentlichkeit verstoßen – genaue Zahlen nennt der Landkreis nicht.

Laut der aktuell geltenden Niedersächsischen Corona-Verordnung vom 30. Oktober darf sich jede Person in der Öffentlichkeit nur mit Verwandten und Personen treffen, die nur einem weiteren Haushalt angehören.

An zweiter Stelle sei das Abstandsgebot missachtet worden. Erst an dritter Stelle folgt das Nichttragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.

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Polizei kennt gefälschte Atteste

„Wir achten natürlich auf alle geltenden Regeln. 95 Prozent der Passanten halten sich daran. Vier Prozent haben es vergessen, kommen den Anweisungen aber sofort nach. Nur ein Prozent zeigt sich unkooperativ“, sagt ein Mitarbeiter des Stadtordnungsdienstes.

Ein ärztliches Attest, welches von der Maskenpflicht befreit, würde auch von der Pflicht in der Fußgängerzone befreien. „Wir wissen aber auch, dass zurzeit viele Fälschungen unterwegs sind, die sich recht einfach aus dem Internet herunterladen lassen. Da haben wir einen Blick drauf. Wen wir jedoch mit einem gefälschten Attest erwischen, für den könnte es, neben dem Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz, auch noch eine weitere Anzeige geben“, sagt Oppermann gegenüber unserer Zeitung.

Erwischt habe die Polizei und der Stadtordnungsdienst noch keinen. Sie hoffen darauf, dass auch weiterhin nur kurze Gespräche ausreichen, um an die geltenden Regeln zu erinnern.

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