Feuerwache Wolfsburg: Architekt will 15 Millionen einsparen

Wolfsburg.  Geschäftsführer Sven Gaeßler vom Architektenbüro Gatermann und Schossig bietet eine Überarbeitung des Siegerentwurfs an.

So sah der Siegerentwurf 2014 des Architektenbüros Gatermann und Schossig für die neue Wolfsburger Feuerwehrwache an der Dieselstraße aus. Ein qualitativ sehr hochwertiger und extrovertierter Bau. Seit der Dieselkrise und den dadurch gesunkenen Gewerbesteuer-Einnahmen muss die Stadt Wolfsburg sparen. Sie favorisiert nun eine günstigere Zwei-Wachen-Strategie, um auch die Anfahrtszeiten in einer wachsenden Stadt mit zunehmendem Verkehr kurz zu halten.

So sah der Siegerentwurf 2014 des Architektenbüros Gatermann und Schossig für die neue Wolfsburger Feuerwehrwache an der Dieselstraße aus. Ein qualitativ sehr hochwertiger und extrovertierter Bau. Seit der Dieselkrise und den dadurch gesunkenen Gewerbesteuer-Einnahmen muss die Stadt Wolfsburg sparen. Sie favorisiert nun eine günstigere Zwei-Wachen-Strategie, um auch die Anfahrtszeiten in einer wachsenden Stadt mit zunehmendem Verkehr kurz zu halten.

Foto: Gatermann und Schossig

Seit 2012 beschäftigt sich die Stadt Wolfsburg mit dem Neubau einer Feuerwehrwache. 2014 gewann das Kölner Architekturbüro Gatermann + Schossig den ausgeschriebenen Architektenwettbewerb. In seiner jüngsten Sitzung am 3. Juli kippte der Rat der Stadt Wolfsburg die ursprünglich vorgesehene Ein-Wachen-Strategie mit dem Standort Dieselstraße und beschloss eine komplette Neuplanung mit zwei Standorten.

„Wir können die Überlegungen zur zukünftigen Schutzziel-Erfüllung für die Stadt nachvollziehen. Leider hat uns die Stadt Wolfsburg in ihre alternativen Planungen nicht mit eingebunden“, sagt Sven Gaeßler. Der Architekt und Geschäftsführer von Gaterman + Schossig erfuhr erst kurz vor der Ratssitzung von den neuen Vorstellungen der Verwaltung. Ein Gesprächsangebot seines Büros sei unbeantwortet geblieben. „Dieses Vorgehen kennen wir so nicht. Bisher hatten wir mit der Stadt Wolfsburg sehr partnerschaftlich und konstruktiv zusammengearbeitet.“ Das Argument, dass der Ursprungsentwurf seines Büros inzwischen zu teuer ist, lässt Gaeßler nicht gelten: „Wir könnten unseren Entwurf problemlos überarbeiten und ohne Schwierigkeiten in den Baukosten 15 Millionen Euro einsparen ohne die Funktion der Wache einzuschränken. Man kann den angepassten Entwurf ohne weiteres zumindest für eine der zwei Wachen verwenden.“ Auf mehr als vier Millionen Euro belaufen sich laut Kämmerer Werner Bocherding bisher die Planungskosten für die neue Feuerwehrwache. „Da wurden schon eine Menge Steuergelder eingesetzt, die durch die Modifizierung des Entwurfes nicht umsonst bezahlt wären“, meint Gaeßler.

Ein von der Stadt Wolfsburg in Auftrag gegebenes und im Mai vorgestelltes Gutachten der Professorin Tanja Kessel von der TU Braunschweig kam zu dem Ergebnis, dass sich die Kosten für den Ursprungsentwurf heute auf etwa 100 Millionen Euro belaufen. Die Variante mit einer kompletten Neuplanung – Hauptstandort Dieselstraße und ein kleinerer Standort im Heinenkamp – kostet demnach nur 80 Millionen Euro.

„Ob die Stadt am Ende wirklich Geld spart, wird sich zeigen“, sagt Gaeßler. Ein neuer Architekt fange wieder ganz von vorne an. „Wir hätten noch in diesem Jahr den Bauantrag einreichen können.“ Spätestens Ende 2020/Anfang 2021 hätte der Bau starten können. Christian Brinsa, Leiter des städtischen Geschäftsbereichs Hochbau, ging im Fall einer Neuplanung zuletzt von einem Baubeginn Ende 2021/Anfang 2022 aus. „Die Baupreissteigerung liegt derzeit etwa bei sieben bis zehn Prozent pro Jahr“, verdeutlicht Gaeßler.

Gatermann + Schossig sei nach wie vor an einer Umsetzung interessiert und dialogbereit, betont Geschäftsführer Gaeßler: „Wir haben uns sehr auf das Leuchtturm-Projekt Feuerwache Wolfsburg gefreut. Es wäre sehr schade, wenn der Entwurf in der Schublade verschwindet. Wenn es die Möglichkeit gibt, würden wir gerne wieder einsteigen.“

Der Rat hat in seiner Sitzung am 3. Juli die Stadtverwaltung einstimmig mit einer Umplanung beauftragt und für eine externe Expertise zunächst 50.000 Euro zur Verfügung gestellt. Momentan stehen alle Zeichen auf eine Verteilung der Feuerwehrleute auf zwei Standorte: Die Hauptwache mit Leitstelle für die 222 Beschäftigten soll auf dem Nachbargrundstück der Berufsfeuerwehr in der Dieselstraße gebaut werden. Im Heinenkamp würde zusätzlich eine kleinere Wache entstehen.

Geklärt werden soll nun, ob die Stadt Wolfsburg den Bau in Eigenregie realisiert, eine (vollständige) Fremdbeschaffung des Baus ausschreibt beziehungsweise die Beschaffung der Gebäude noch um eine 20-jährige Instandhaltungsoption erweitert.

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