Doppelter Schrecken

Unterstellungen reihen sich aneinander: Und ganz schnell sind Formulierungen wie „selber schuld“ und schlimme Beleidigungen gefallen.

Wenn man sich diese Fotos ansieht, läuft einem schon ein fieser Schauer über den Rücken, oder? Ein Auto, das über dem Abgrund hängt, und stellen Sie sich vor: Sechs Menschen saßen darin, der 18-jährige Fahrer und fünf Mitfahrer. Stellen Sie sich vor, Sie fahren über ein Parkdeck, und plötzlich hängen sie über dem Dach. Oh weh.

Es gibt aber auch Menschen, für die sind solche Bilder kein Anlass für Mitgefühl oder Schrecken, sondern zum Hohn und zur Häme über jugendlichen Leichtsinn und was ihnen auch sonst für weniger freundliche Assoziationen in den Sinn kommen. Unterstellungen reihen sich aneinander: Und ganz schnell sind Formulierungen wie „selber schuld“ und schlimme Beleidigungen gefallen.

Das fabuliere ich mir hier leider nicht einfach so zusammen, so geschah es am Sonntag in den Kommentarspalten der sozialen Medien. Mich ärgert so etwas maßlos, denn da werden Menschen, denen etwas Schlimmes passiert ist, unreflektiert in Schubladen gesteckt und auf sie herabgeredet, ohne Kenntnis über die wahren Hintergründe. Und ich dachte, die Coronakrise hätte uns mehr Empathie gelehrt – vielleicht sollten wir uns öfter mal darauf zurück besinnen.

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