Nordhoffachse: So soll Wolfsburg im Jahr 2040 aussehen

Wolfsburg.  Hochhäuser am Nordkopf, ein VW-Bürocampus an der Oststraße und ein Park am Kanal - die Masterplaner der Wolfsburger „Nordhoffachse“ denken groß.

Hippe neue Wohn- und Büroquartiere sollen in den kommenden 20 Jahren entlang der Heinrich-Nordhoff-Straße entstehen. So sieht es die Masterplanung Nordhoffachse vor.

Hippe neue Wohn- und Büroquartiere sollen in den kommenden 20 Jahren entlang der Heinrich-Nordhoff-Straße entstehen. So sieht es die Masterplanung Nordhoffachse vor.

Foto: Stadt Wolfsburg

Kaum noch wiederzuerkennen wäre die Wolfsburger Innenstadt, wenn die Visionen des Architekturbüros Albert Speer und Partner (AS+P) in den kommenden 15 bis 20 Jahren Wirklichkeit werden. Im Auftrag der Stadt Wolfsburg haben die Frankfurter einen Masterplan für das gesamte Areal entlang der Heinrich-Nordhoff-Straße entworfen, ­von der A 39 im Westen bis zum Gewerbegebiet Ost im Osten.

Diesseits und jenseits der Hauptverkehrsader würden Kleingärten, Parkplätze für tausende VW-Mitarbeiter und auch das eine oder andere gar nicht einmal so alte Gebäude verschwinden und neue Wohn- und Büroviertel, Geschäfte, Plätze und eine Parkanlage am Mittellandkanal entstehen. Eine Erweiterung des Hauptbahnhofs ist vorgesehen, mit einem Zentralen Omnibusbahnhof vor der neuen Halle und einer Brücke, die von den Bahnsteigen direkt ins Werk führt.

An der Oststraße soll Wolfsburgs zweiter Innenstadt-Bahnhof entstehen

Den ZOB flankieren könnte ein Hochhaus, zwischen Phaeno und Designer Outlets wäre aus Sicht der Architekten für ein weiteres Platz. Unter der Brücke Oststraße soll ein zweiter Innenstadt-Bahnhof entstehen. Und apropos Brücken: Davon könnten sich die Planer noch einige mehr vorstellen.

13.000 Arbeitsplätze, Wohnungen für 7000 Menschen: Was für den einen oder anderen klingen mag wie realitätsferne Spinnereien, ist sehr realen Notwendigkeiten geschuldet. Treibende Kräfte in Sachen „Nordhoffachse“ sind die Stadt Wolfsburg und Volkswagen. Wolfsburgs wichtigster Arbeit- und Geldgeber benötigt Platz: Vis-a-vis des ikonischen Hochhauses könnte darum ein „Campus“ mit Forschungsinstituten und anderen Einrichtungen entstehen, die nicht so sicherheitsrelevant sind, dass sie hinter dem Werkszaun verschwinden müssten. Außerdem benötigt Volkswagen tausende Softwareentwickler, die überall auf der Welt arbeiten könnten und mit kurzen Wegen und hippen Quartieren überzeugt werden wollen.

VW-Parkplätze sind Knackpunkt der Masterplanung Nordhoffachse

Voraussetzung für eine Umsetzung des Masterplans, da machen die Autoren des Masterplans keinen Hehl draus, ist der Verzicht auf die 5000 Mitarbeiterstellplätze in bester Innenstadtlage. Ein heikles Thema. Sie empfehlen, das bereits erforschte System aus Park-and-Ride-Anlagen und Bussen, die auf separaten Spuren und mit grüner Welle an im Stau stehenden Autos vorbeisausen, zu errichten. Außerdem das besagte Mehr an Bahnhöfen, Parkhäuser auf der anderen Kanalseite mit Autobahnanbindung von Norden her, Leihräder, Roller und anderen Mobilitätsangebote für die Werksmitarbeiter.

Eine mögliche Zwischenlösung wären wieder abbaubare Parkhäuser auf den westlichen Mitarbeiter-Parkplätzen. Dimension: wie am Tor Sandkamp. So könnte im Westen noch geparkt und im Osten schon gebaut werden.

Drei Quartiere als Vorreiter: Am Nordkopf könnte der Stadtumbau starten

Dort, also mitten in der City, möchte sich Signa austoben. Die Unternehmensgruppe des österreichischen Karstadt-Eigners René Benko kündigte 2019 an, in Wolfsburg einen hohen dreistelligen Millionenbetrag zu investieren. Anfang 2020 veranschaulichte Senior-Projektmanager Peter Kern auf einem Kongress in der Autostadt, wie sich Signa das Quartier für die Generation Z vorstellt. „Frisch und dynamisch“ nämlich, mit hohen, vernetzten Gebäuden, Bürohäusern mit attraktiven Gemeinschaftsflächen, Geschäften, Kultur- und Freizeitangeboten.

Das Areal am Nordkopf bildet nach Einschätzung der Masterplaner von AS+P zusammen mit dem „VW-Campus“ vis-a-vis des VW-Hochhauses und einem neuen Wohnquartier gegenüber von Sandkamp die drei Abschnitte, die sich von allen zuerst planen lassen.

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