Wolfsburger Nordkopf: Alles für die Arbeitnehmer von morgen

Wolfsburg.  Schöne neue Arbeitswelten plant die Signa-Gruppe am Wolfsburger Nordkopf. Motto: „Leben, Arbeiten, Spielen“.

Die Signa-Unternehmensgruppe möchte den Innenstadtbereich rund um den Wolfsburger Hauptbahnhof umkrempeln.

Die Signa-Unternehmensgruppe möchte den Innenstadtbereich rund um den Wolfsburger Hauptbahnhof umkrempeln.

Foto: Henning Larsen Architects

Die Signa-Gruppe will einen 110.000 Quadratmeter großen Innenstadtbereich rund um den Wolfsburger Hauptbahnhof bebauen, sie plant dort nicht weniger als die „Stadt der Zukunft“. Die Frage ist, wann diese Zukunft Gegenwart wird. Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide zeigte Bürgern und Ortsräten in der vergangenen Woche eine Zeitschiene, die bis 2030 reicht. Losgehen könnte es aber laut Wolfsburg AG schon ziemlich bald.

„In rund zwei bis drei Jahren soll bereits die erste Entwicklungsstufe in Form von zirka 2000 VW-Arbeitsplätzen am Nordkopf erreicht sein“, ist auf ihrer Website nachzulesen. Der Betriebsrat des Volkswagenkonzerns hat die Werker soeben in seiner Zeitschrift „Mitbestimmen“ auf das eingestimmt, was da kommen soll. Die Ratsgremien diskutieren den Masterplan Nordhoffachse für den gesamten Bereich vom St.-Annen-Knoten bis zur Autobahn. Und das für den Nordkopf beauftragte Architekturbüro Henning Larsen Architects (Harpa-Konzerthaus in Reykjavik, Königliche Oper in Kopenhagen, Spiegel-Verlagshaus Hamburg) hat erste Ansichten geliefert.

Lokale in den Erdgeschossen, darüber Büros und ganz oben Wohnungen

„Wolfsburg Connect“ nennt Signa das Quartier, das mit Geschäften, Bars und Restaurants, Hotelzimmern, Freizeitangeboten, Wohnungen und Büros eine engere Verbindung zwischen dem Stadtzentrum und dem Volkswagenwerk schaffen soll. „Der Großteil der Gebäude soll mit verschiedenen Nutzungsarten realisiert werden: Büros, Einzelhandels-, Freizeit- und Gastronomieflächen im Erdgeschoss und Angebote für das Wohnen in den obersten Geschossen“, berichtet die Unternehmensgruppe.

Dass das Viertel die von Volkswagen dringend benötigten ITler und Entwickler vom Arbeitsort, besser noch auch vom Wohnort Wolfsburg überzeugen soll, ist längst bekannt. Die umworbenen Fachkräfte sollen in innovativen Büros, Co-Working-Räumen und Maker Spaces, also Werkstattbereichen, optimale Arbeitsbedingungen vorfinden, auch Rückzugsräume, Treffpunkte und Orte für Aktivitäten. Motto: „Live - Work - Play“ (Leben, Arbeiten, Spielen“).

Eine neue Straße soll zu Parkgaragen in Wolfsburgs Connect-Quartier führen

Wohnen auf Zeit und Mikroapartments sind geplant. Öffentliche Plätze, auf denen das Leben tobt - sei es in der Mittagspause, beim Abendessen oder beim Herumhängen mit Freunden. „Ein wichtiger Baustein für die Lebendigkeit des Quartiers sind gastronomische Angebote“, schildert Signa. „Der lokalen Bevölkerung und den BesucherInnen soll eine breite Vielfalt an Food-Konzepten geboten werden.“ Konkret: regionale und internationale Küche, Street-Food, exklusive Restaurants und coole Bars.

Die Anbindung stellt sich das Unternehmen so vor, dass Autofahrer auf einer neuen Straße an den Bahnanlagen zu Parkgaragen fahren. Radler sollen auf Wegen entlang der Heinrich-Nordhoff-Straße in das neue Viertel gelangen, Rollerfahrer und die Nutzer anderer neuer Verkehrsmittel auf der schmaleren Innovationsroute.

Vorhaben wurde als Beispiel für die Belebung von Innenstädten vorgestellt

Auf der Polis Convention, einer Messe für Stadt- und Projektentwicklung, durften Vertreter von Signa und der Wolfsburg AG das Vorhaben vor anderthalb Jahren als Konzept für eine lebendige Innenstadt vorstellen, die trotz Einkaufszentren am Stadtrand und boomendem Onlinehandel funktioniert.

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