Coronazahlen steigen: Wolfsburg beruft Krisenstab ein

Wolfsburg.  Auch in Wolfsburg infizieren sich mehr und mehr Personen. Oberbürgermeister Klaus Mohrs will die Situation wachsam beobachten.

Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland steigt: Auch in Wolfsburg infizieren sich immer mehr Menschen.

Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland steigt: Auch in Wolfsburg infizieren sich immer mehr Menschen.

Foto: Sven Hoppe / dpa

In ganz Deutschland steigen die Zahlen der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus. Kommt die zweite Welle auch in Wolfsburg an? Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Auch hier haben sich in den letzten Tagen und Wochen wieder mehr Menschen infiziert. Ein sprungartiges Anwachsen der Zahlen ist aber nicht zu beobachten – was keine Entwarnung bedeutet. Sowohl Oberbürgermeister Klaus Mohrs als auch die Stadträtinnen Iris Bothe und Monika Müller wandten sich in den letzten Tagen mit Videobotschaften an die Wolfsburger, in denen sie zu Disziplin und Vorsicht aufriefen.

Am Freitag meldete die Stadt drei Neuinfektionen; damit sind derzeit 32 Menschen akut an Covid-19 erkrankt. Innerhalb der letzten sieben Tage haben sich 29 Menschen neu infiziert. Lag diese sieben-Tage-Inzidenz von September bis Anfang Oktober im schwankenden einstelligen Bereich, steigt sie seit Sonntag, 11. Oktober, an: An diesem Tag lag sie bei 10, am Dienstag, 13. Oktober bei 15 und am Donnerstag, 15. Oktober, schon bei 26.

Derzeit 23,1 neue Fälle pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen

In der Bundespolitik wurde heiß über neue Maßnahmen diskutiert, wenn das Infektionsgeschehen lokal ansteigt; spätestens, wenn sich 35 Personen pro 100.000 Einwohner in einer Woche infizieren, soll es etwa eine erweiterte Maskenpflicht an öffentlichen Orten geben. Für Wolfsburg liegt dieser Wert derzeit bei 23,1. Welche Konsequenzen zieht die Stadt also aus den steigenden Zahlen – wie gut ist Wolfsburg auf eine zweite Corona-Welle vorbereitet?

Der erste Schritt wäre sicherlich, den Krisenstab wieder einzuberufen, der sich zu Hochzeiten der Krise bis zu drei mal am Tag im Rathaus traf. Die Entscheidung darüber liegt bei Oberbürgermeister Klaus Mohrs. Mohrs sagte dazu zunächst auf Anfrage: „Selbstverständlich beschäftigen wir uns intensiv mit der Fallzahlenentwicklung in Wolfsburg und haben auch einen Blick auf die bundesweite Situation. Wenn erforderlich, sind wir in der Lage, sofort zu reagieren und einen Krisenstab einzuberufen.“ Am Freitagnachmittag fiel dann die Entscheidung: Ab der nächster Woche kommt der Krisenstab wieder zusammen. Mohrs hatte gegenüber unserer Zeitung schon im Sommer betont, dass er schon bei um die 25 Neuinfektionen binnen einer Woche sehr wachsam werden würde: Und gegebenenfalls neue Maßnahmen in Betracht ziehen würde.

50 zusätzliche Mitarbeiter für Kontaktdatenermittlung geschult

Stadträtin Monika Müller ist als Dezernentin für Soziales und Gesundheit, Klinikum und Sport mit der Wolfsburger Situation in der Corona-Krise vertraut. Ihrer Einschätzung nach ist die Zahl an Neuinfektionen in der Stadt weitgehend stabil, wenngleich die Zahlen steigen. „Die ermittelten Infektionen sind überwiegend auf Reiserückkehrende und der Teilnahme an Feiern zurückzuführen“, sagt sie.

Sollten die Zahlen aber weiter steigen, so werde die Stadt „entsprechend der Empfehlungen des Gesundheitsamt zusätzliche infektionshemmende Maßnahmen und lokale Verschärfung der Corona-Regeln prüfen und umsetzen“, so Müller. Auch ein Amtshilfeersuchen an die Bundeswehr sei denkbar – dies wurde bereits in der ersten Corona-Welle so umgesetzt. In der Vergangenheit hatte Müller zudem betont, dass das Behelfskrankenhaus im Global Inn kurzfristig wieder einsetzbar wäre, wenn im Klinikum Not entstünde.

Um das Gesundheitsamt zu entlasten, wurden bereits viele städtische Mitarbeiter in der Kontaktdatenermittlung geschult, um im Bedarfsfall einzuspringen. 50 Personen aus dem städtischen Personal könnten, wenn der Bedarf steigt, das Gesundheitsamt verstärken, so Müller: „Alles in allem sieht sich das Gesundheitsamt personell auf steigende Fallzahlen besser vorbereitet als zu Beginn der Pandemie.“ Neben den zusätzlich geschulten Mitarbeitern seien zwei zusätzliche Stellen für die Hygienekontrolle besetzt worden.

Corona in Wolfsburg- Die Fakten auf einen Blick

Corona-Schnelltest- Die wichtigsten Fragen und Antworten

Zweite Corona-Welle treibt EU-Staaten zu mehr Zusammenarbeit

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder