Wolfsburger Hoteliers otptimistisch: 2021 wird ein gutes Jahr

Wolfsburg.  Annegret Schmidt und Siegmund Nickel vom Hotel und Restaurant Jott planen eine Erweiterung. Die Corona-Krise biete auch Chancen.

Annegret Schmidt und Siegmund Nickel managen das Hotel Jott.

Annegret Schmidt und Siegmund Nickel managen das Hotel Jott.

Foto: LARS LANDMANN / regios24

Annegret Schmidt und Siegmund Nickel vom Hotel und Restaurant Jott (J | Auf den Punkt) können der aktuellen Krise positive Aspekte abgewinnen, mehr noch: Die Inhaberin des Hotels an der Stellfelder Straße im Sandkamp und ihr Hoteldirektor sind sich sicher: „2021 wird ein gutes Jahr.“ In einem Gespräch stellte sich heraus, woher der Optimismus kommt.

50 Prozent Umsatzeinbußen im Vergleich zum Vorjahr

Keine Frage: Auch am Jott geht die Pandemie nicht spurlos vorüber. Mit dem ersten Lockdown stürzte der Umsatz um 90 Prozent ab. „Es hagelte nur so Stornierungen“, erinnert sich Siegmund Nickel. Auf das gesamte Jahr betrachtet rechnet er mit 50 Prozent Umsatzeinbußen im Vergleich zum Vorjahr. Für das 40-köpfige Team hat der Betrieb Kurzarbeit anmelden müssen.

„Der Lockdown hat uns wie ein Schlag getroffen. Ich bin zu hundert Prozent Gastgeberin, ich lebe das, und dann schließen wir unser Haus ab, schalten Maschinen ab, die sonst immer laufen, und fahren den Buchungscomputer runter. Das kannte niemand“, erzählt Annegret Schmidt, die in diesem Moment einen Hauch davon erkennen lässt, was diese Krise emotional mit ihr gemacht hat, aber: „Man muss das trennen, die Ist-Situation analysieren und dann Schlüsse ziehen“, erklärt sie. Es gehe um das, was ihre Eltern, Anni und Heinz Schmidt, aufgebaut haben.

50 Rindfleischsorten aus aller Welt in eigener Reifekammer

Schmidt und Nickel sind ein Team, das aus zwei Freunden besteht, und das seit 2016. Auf jenes Jahr ist die große Zuversicht in der aktuellen Krise zurückzuführen. War das Hotel zunächst ein Selbstläufer, der sogar das hinzugekommene Restaurant mittragen konnte, suchte Annegret Schmidt 2016 Hilfe. Alleine ging es nicht mehr. Da kam der international erfahrene Siegmund Nickel zur rechten Zeit.

Zusammen änderten sie die Ausrichtung des Hauses, legten größten Fokus auf die Qualität in allen Bereichen und entwickelten Alleinstellungsmerkmale. 50 Rindfleischsorten aus aller Welt in der eigenen Reifekammer ist so eines. Exquisite Küche. Das stellte den Betrieb auf noch solidere Beine, ein Kapital, das sie nun nicht nur monetär durch die Krise bringt. „Wir sind bis jetzt ohne Kredite hingekommen und können alles bezahlen“, so Nickel. Die Beiden kanalisieren ihre Leidenschaft in sachliche, strukturierte und realistische Entscheidungen.

Ein Anbau und die Neuausrichtung der Küche sind geplant

Die Krise nutzen sie als Chance. Nickel hat ein Konzept für eine Erweiterung des Betriebes geschrieben. Ein Anbau, der komplett aus Holz besteht und seinen eigenen Energiebedarf produziert, soll mehr Betten als die derzeit 60 bieten. Tagungsräume ergänzen das Angebot. Die Küche bekommt eine regionale Ausrichtung, und, und, und. Und dann ist da eine ganz besondere Erkenntnis: „Wann hatte ich mal Zeit, mit meinem Kind Plätzchen zu backen", fragt Annegret Schmidt.

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