Hunderte Knöllchen nach Parkgebühren-Start in Fallersleben

Wolfsburg.  Wegen des Lockdowns kann das Wolfsburger Ordnungsamt die neue Situation nur bedingt einschätzen. Und es gibt aktuell auch weniger Kontrollen.

Kurz vor dem erneuten Lockdown entstand dieses Bild in der Fallersleber Altstadt: Von Entspannung der Parkplatzsituation war da noch nichts zu sehen.

Kurz vor dem erneuten Lockdown entstand dieses Bild in der Fallersleber Altstadt: Von Entspannung der Parkplatzsituation war da noch nichts zu sehen.

Foto: Lars Landmann/regios24

Seit rund drei Monaten werden in der Fallersleber Altstadt wieder Parkgebühren fällig. Nachdem vor vielen Jahren die wenigen Parkuhren abgebaut worden waren, gibt es nun überall im Zentrum der Hoffmannstadt Parkscheinautomaten. Das stößt naturgemäß auf wenig Gegenliebe bei den Autofahrern. Wie sich die Akzeptanz und weitere Parkverstöße entwickelt haben, vermag die Stadtverwaltung wegen des anhaltenden Corona-Lockdowns aktuell nur bedingt einzuordnen. „Die Zahl der Verstöße ist leicht zurückgehend“, berichtete Stadt-Sprecher Ralf Schmidt auf Anfrage unserer Zeitung. Seit Einführung der Parkraumbewirtschaftung habe sich die Situation mit der Parkraumnot nach Einschätzung des städtischen Ordnungsdienstes deutlich entspannt.

Kontrollen finden derzeit nur eingeschränkt statt

Allerdings habe das auch mit der aktuellen Situation zu tun, in der die meisten Geschäfte geschlossen sind, schränkte Schmidt ein. Nur Banken, Bäckereien, Optiker und wenige andere dürfen im Lockdown weiter öffnen. Ein realistisches Bild von der Lage in der Fallersleber Altstadt ist derzeit auch aus einem anderen Grund schwer möglich: „Kontrollen finden aufgrund von anderweitigen Aufgaben nur eingeschränkt statt“, erläuterte der Stadt-Sprecher.

„Die meisten Verstöße sind im Bereich fehlender Parkscheine und Parkscheiben zu verzeichnen“, konstatierte der Sprecher. Die Altstadt-Straßen, in denen das Ordnungsamt seit September am häufigsten auf Parksünder traf, waren demnach die Hoffmannstraße, die Marktstraße, Gröpertor und Schulzen Hof. Immerhin: „Grundsätzlich halten die Leute sich an die markierten Stellplätze. Missachtungen gibt es nur noch selten.“ Denn mit dem Aufstellen der Parkscheinautomaten waren auch Parkflächen teils neu oder ummarkiert worden.

Kaum weniger Parkverstöße trotz Lockdowns

Zu den Zahlen der ersten Monate: Nach Angaben des Stadt-Sprechers gab es in der ersten Zeit in der gesamten Altstadt zirka 200 Verwarnungen innerhalb von drei Wochen. „Zum aktuellen Zeitpunkt liegt das bei rund 180 Verwarnungen“, ebenfalls im Zeitraum von drei Wochen. Also nur wesentlich darunter. Und das, obwohl schon seit Anfang November der Gastro-Lockdown läuft und Mitte Dezember noch der Einzelhandels-Lockdown hinzukam. Abschließend resümierte der Stadt-Sprecher: „Die Parkraumbewirtschaftung hat zur Fluktuation auf dem begrenzten Parkraum wesentlich beigetragen.“ Das Ordnungsamt will die Situation weiter beobachten.

Anwohner und Ortsrat haben neue Parksituation im Blick

Aber auch andere haben die neue Situation genau im Blick: Im November-Ortsrat hatten sich Altstadt-Bewohner massiv beschwert, dass es in den meisten Straßen kein Anwohner-Parken gibt – obwohl das ja sogar in der Wolfsburger Innenstadt ermöglicht wird. Ortsbürgermeisterin Bärbel Weist hatte daraufhin angekündigt, dass fürs erste Quartal 2021 Gespräche zwischen Ortsrat, Verwaltung, Blickpunkt und Anwohnern geplant sind.

Dann soll in einer ersten Analyse geklärt werden, wo man bei der Parkraumbewirtschaftung noch nachjustieren kann. Die CDU brachte dazu schon im November einen Antrag ein: Sie will von der Stadt geprüft haben, ob und wie Bewohner-Parkausweise – insbesondere für Eigentümer, auf deren Grundstück keine Parkplätze vorhanden oder möglich sind – angeboten werden können.

Mit der Brötchentaste kostet's nur 10 Cent

Gemäß Parkgebührenordnung der Stadt Wolfsburg werden in Fallersleben – dessen Einzugsgebiet bei Einkäufen und größeren Veranstaltungen sich bis weit rein nach Wolfsburg und bis in den benachbarten Landkreis Gifhorn erstreckt – montags bis freitags zwischen 9 und 18 Uhr für jede angefangene halbe Stunde jeweils 50 Cent Gebühr erhoben. Das entspricht dem Tarif, wie er bereits im ähnlich großen Stadtteil Vorsfelde Anwendung findet. Wer maximal 15 Minuten parkt, zahlt per Brötchentaste den Kurzzeittarif von 10 Cent.

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