Wolfsburger CDU geht verjüngt ins Wahljahr 2021

Wolfsburg.  Sie sieht sich in den sozialen Medien »hervorragend aufgestellt«. Die Wolfsburger Grünen schmerzt der Verzicht auf einen Haustürwahlkampf.

Inzwischen schon ein ungewohntes Bild: So eng saß der Wolfsburger Rat zusammen, bevor das
Coronavirus die Welt auf Abstand zwang.

Inzwischen schon ein ungewohntes Bild: So eng saß der Wolfsburger Rat zusammen, bevor das Coronavirus die Welt auf Abstand zwang.

Foto: regios24/Sebastian Priebe (Archiv)

Die Wolfsburger CDU geht davon aus, dass die Nachwuchsprobleme der Vergangenheit bei der Kommunalwahl 2021 keine Rolle mehr für sie spielen und sich ihre Wahllisten deutlich verjüngen.

»Der Anteil an jungen Menschen in den Funktionen der Partei als auch bei den Mitgliedern erhöht sich stetig«, schildert Kreisgeschäftsführer Dennis Leipelt. »Aufgrund dieser Entwicklung sind wir frohen Mutes, den Anteil der jungen Menschen auf den Listen steigern zu können.« Die Verjüngung der Wolfsburger Christdemokraten zeigt sich im Kreisvorstand, in dem alte Hasen ihre Plätze für junge Talente geräumt haben, ebenso wie in der Jungen Union, in der ein Generationenwechsel stattgefunden hat. Dennis Weilmann, der sich um das Oberbürgermeisteramt bewirbt, ist 45.

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Die Zusammensetzung der Ratsfraktion spiegelt noch die Situation vor einigen Jahren: Nach dem Wechsel Stefan Kanitzkys zur FDP-Fraktion ist Melissa Koch das einzige CDU-Ratsmitglied, das sich der jüngeren Generation zurechnen lässt. Doch das könnte sich im September ändern: Der Kreisvorstand habe aus der Jungen Union zahlreiche Interessenbekundungen zur Kommunalwahl erhalten, erklärt Leipelt. Der Kreisvorsitzende Christoph-Michael Molnar berichtet von einer recht hohen Bereitschaft, sich im Rat oder in den Ortsräten zu engagieren.

Aufbruchsstimmung in der CDU

Molnar spürt in der CDU »Aufbruchsstimmung«. Der beginnende Wahlkampf über die sozialen Medien funktioniere gut. Vielleicht auch, weil Weilmann Digitaldezernent ist. Das Feedback auf dessen Bewerbung offiziell nominiert ist Wolfsburgs Erster Stadtrat noch nicht sei auf allen Kanälen positiv. Zu Aufstellungsversammlungen hat die CDU noch nicht geladen. Die Gesundheit der Mitglieder und Menschen in der Stadt stehe auch in so einem wichtigen Wahljahr an erster Stelle, schreibt Leipelt. Er sieht die CDU beim Thema Social Media sogar »hervorragend aufgestellt«.

Die Kommunalwahl findet am 12. September statt. Sollte kein Oberbürgermeisterkandidat mehr als die Hälfte der Stimmen erhalten, folgt am 26. September eine Stichwahl – zusammen mit der Bundestagswahl. In dieser darf die CDU laut aktueller Umfrageergebnisse der Meinungsforschungsinstitute auf einen leichten Zuwachs hoffen, die Grünen könnten ihr Ergebnis von 2017 sogar mehr als verdoppeln.

Grünen weniger zuversichtlich bei Wahlkampf unter Coronabedingungen

Die Grünen-Kreissprecherin Elke Braun zeigt sich, was einen Wahlkampf unter Coronabedingungen angeht, weniger selbstbewusst als die CDU-Vertreter. Die Wolfsburger Grünen wollten sich in einen Haustürwahlkampf stürzen, mit dem die Grünen, wie Braun sagt, in anderen Bundesländern sehr erfolgreich gewesen seien. »Ich bin da einigermaßen ratlos«, erklärt die Wolfsburgerin. »Mit Masken an Haustüren zu klingeln, finde ich schwierig.«

Genauso schwierig wie Veranstaltungen oder Informationsstände in der Fußgängerzone. Braun kann sich momentan nicht vorstellen, dass es das eine oder das andere 2021 geben wird. Also streben auch die Grünen ins Internet. »Wir wollen versuchen, uns digital gut aufzustellen«, so Braun.

Wenn der Kreisvorstand Ende Januar in einer Mitgliederversammlung seinen Entwurf für ein Kommunalwahlprogramm vorstellt und bei dieser Gelegenheit auch über eine Oberbürgermeisterkandidatur gesprochen wird, soll das in Form einer Videokonferenz geschehen. Die weitere Arbeit am Programm, die aus Brauns Sicht danach im Vordergrund stehen muss, wird wohl ebenfalls online stattfinden.

AfD will nicht in die Ortsräte

Die Wolfsburger AfD will im Februar oder März Kandidaten für den Rat aufstellen. Ob es in der fünfköpfigen Fraktion Ratsmitglieder gibt, die nicht wieder antreten wollen, kann die Kreisvorsitzende Stephanie Scharfenberg noch nicht sagen. Genügend Mitglieder, die ein Amt anstreben, gibt es ihren Angaben zufolge. Erleichtert wird die Sache dadurch, dass die AfD weiterhin auf ein Engagement in den Ortsräten verzichten will.

Falls sie es sich noch einmal überlegen will, hat sie noch Zeit: Die Wahlvorschläge für die Kommunalwahl müssen die Parteien und Gruppierungen dem Wahlleiter erst am 26. Juli gemeldet haben.

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