Streit in der Kirche

Fristlos gekündigter Wolfsburger Pfarrer zeigt sich kämpferisch

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Die Landeskirche Braunschweig, deren Sitz in Wolfenbüttel ist, prüfte die Vorwürfe gegen den Pfarrer und handelte konsequent.

Die Landeskirche Braunschweig, deren Sitz in Wolfenbüttel ist, prüfte die Vorwürfe gegen den Pfarrer und handelte konsequent.

Foto: Hendrik Rasehorn

Wolfsburg.  Vor dem Arbeitsgericht widerspricht er Vorwürfen, eine von ihm geleitete Konfirmandenfreizeit sei aus dem Ruder gelaufen.

Die Harz-Reise einer Gruppe Konfirmanden von zur Propstei Vorsfelde angehörenden Kirchengemeinden wurde Mitte April abgebrochen. Zuvor hatten Teamer, also Jugendleiter (17 und 18), bei der Kirchenleitung Alarm geschlagen, wie sich ein Jung-Pfarrer aufgeführt haben soll. Sein Arbeitgeber, die Landeskirche Braunschweig, kündigte ihm fristlos. Dienstag traf man sich vor dem Arbeitsgericht Braunschweig wieder. Der Gütetermin im Arbeitsgericht endete ohne Ergebnis.

Der 46-jährige Geistliche war erst im Sommer 2020 zum Pfarrer auf Probe ernannt worden. Es war seine erste Stelle und erste Konfirmandenfreizeit. Im Prozess wurde nun detailliert bekannt, welche einzelnen Pflichtverletzungen dem 46-Jährigen angelastet werden.

Vielfältige Vorwürfe werden gegen den Pfarrer erhoben

Im Kern geht es darum, dass er Minderjährigen gestattet haben soll, Alkohol zu kaufen beziehungsweise zu konsumieren. Zudem soll er seine Aufsichtspflicht über die Gruppe verletzt haben. Die Rückreise aus einem Freizeitpark wäre beinahe im Nirgendwo geendet. Besonders schwerwiegend werden von der Landeskirche Vorwürfe erachtet, laut denen es zu verbalen Grenzüberschreitungen sexueller Natur gegenüber Teamern gekommen sein soll. Als die Reise mehr und mehr aus dem Ruder gelaufen sein soll, habe der Pfarrer die Konfirmanden inständig gebeten und die Teamer unter Druck gesetzt, daheim nichts zu sagen.

Umstrittener Pfarrer will weiterhin kirchliche Handlungen durchführen können

Der Pfarrer sprach von „zum Teil verzerrten, unrichtigen Darstellungen“. Er bezeichnete Stellungnahmen der Landeskirche zu seinem Fall, über den unsere Zeitung als erste berichtet hatte, als „fahrlässig und unchristlich“. Er drohte seinem Noch-Arbeitgeber mit einer „Rufmord“-Klage und kündigte an, er werde seine Unschuld mit Hilfe von „eigenen Zeugen“ belegen. Angesichts der schweren Vorwürfe will die Kirche ihm das Recht für kirchliche Amtshandlungen aberkennen. Um dieses Ordinationsrecht kämpft der Angeklagte.

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