Wohnen in Wolfsburg

XL-Baugebiet: Hausbau startet im Wolfsburger Sonnenkamp

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Kai-Uwe Hirschheide (von links), Merit Buama, Antonia Heiming, Kai Kronschnabel, Markus Hagedorn (mit Zeitkapsel), Dennis Weilmann und Ira von Steimker bei der feierlichen Grundsteinlegung im Sonnenkamp.  

Kai-Uwe Hirschheide (von links), Merit Buama, Antonia Heiming, Kai Kronschnabel, Markus Hagedorn (mit Zeitkapsel), Dennis Weilmann und Ira von Steimker bei der feierlichen Grundsteinlegung im Sonnenkamp.  

Foto: Helge Landmann / regios24

Wolfsburg.  Grundsteinlegung für Norddeutschlands größtes Baugebiet war am Mittwoch in Wolfsburg. Die ersten Immobilien im Sonnenkamp sind schon verkauft.

Ein Polaroidfoto vom Festakt, ein Zeitungsartikel vom 22. Juni 2022, ein Brief, Münzen und ein Sektkorken verschwanden am Mittwoch zwischen Hehlingen und Nordsteimke in einer Zeitkapsel. Außerdem eine FFP2-Maske und eine Preisliste für die ersten 23 Reihenhäuser und Doppelhaushälften, die ab nun im XL-Baugebiet Sonnenkamp gebaut werden.

„In hundert Jahren wird man wahrscheinlich darüber lachen, was die Häuser gekostet haben“, sagte Markus Hagedorn als Geschäftsführer der „Ihr HausSahle Massivbau Gesellschaft bei der Grundsteinlegung. Das Unternehmen aus Greven baut und verkauft deutschlandweit jährlich rund 100 schlüsselfertige Häuser und Eigentumswohnungen. In Wolfsburg entsteht jetzt sein erster Wohnhof im so genannten Quartier 3 des Sonnenkamps, dem ab dem Jahresbeginn 2023 ein weiterer folgen soll. Auch für diese 21 Häuser hat der Vertrieb schon begonnen.

„Erste Einzüge wird es im Sommer nächsten Jahres geben“, kündigte Hagedorn an. „Wir bauen schnell.“ Insgesamt will sein Unternehmen im Quartier 3 fünf Wohnhöfe mit 129 Eigenheimen errichten.

Hochbaustart im Wolfsburger Riesen-Baugebiet Sonnenkamp

Auch das Schwesterunternehmen Sahle Wohnen will in diesem Jahr loslegen: Ab Ende 2022 sollen im südlichen Teil des Quartiers die ersten 80 bis 120 Quadratmeter großen Mietreihenhäuser entstehen. Der Start des Geschosswohnungsbaus am Panoramaweg ist für Anfang 2023 terminiert. Insgesamt planen Sahle Wohnungen und „Ihr Haus“ im so genannten dritten Quartier des Sonnenkamps rund 280 Mietwohnungen und 200 Reihenhäuser, von denen ein Drittel ebenfalls vermietet werden soll. Gesamtinvestition: rund 140 Millionen Euro.

Antonia Heiming, Geschäftsführerin der Groth-Sahle-Projektentwicklungsgesellschaft, erinnerte an die Unterzeichnung des Rahmenvertrages im Jahr 2017 und berichtete, aus Berlin ganz andere Vorlaufzeiten gewohnt zu sein. „Wir sind sehr froh, dass wir innerhalb von fünf Jahren in den Hochbau gehen.“ Den Zeitpunkt erachtet sie als günstig: Die Trinity-Fabrik von Volkswagen und der Sonnenkamp würden nun parallel entstehen. „Da wird es viel Nachfrage geben.“

Bis zu 3000 Häuser und Wohnungen entstehen im Sonnenkamp

Die ist auch nötig: Auf der 155 Hektar großen Fläche zwischen Reislingen, Hehlingen, Nordsteimke und dem neuen Stadtteil Steimker Gärten sollen nach und nach rund 3000 Wohneinheiten für bis zu 10.000 Menschen entstehen. Die Groth-Sahle-Projektentwicklungsgesellschaft entwickelt neben dem Quartier 3 auch die Quartiere 1 und 2, die Stadt Wolfsburg kümmert sich um das Quartier 4 mit rund 600 Wohneinheiten.

Umstritten ist derzeit, ob auch das Quartier 5 kommt. Naturschützer sorgen sich um Storch und Rotmilan. Die PUG und die Grünen haben sich ihrer Forderung nach einem Verzicht auf die Bebauung angeschlossen.

Groth-Sahle entwickelt mindestens drei Quartiere im Sonnenkamp

Die Erschließung des Sonnenkamps begann im Oktober 2020 mit einem symbolischen Spatenstich. Seitdem hat sich auf der zuvor ländlich geprägten Fläche im Eck zwischen Nordsteimker Straße und K 111 einiges bewegt – vor allem Erde.

Zwischen hohen Sandhügeln, Kränen und Baustraßen verlieh Oberbürgermeister Dennis Weilmann am Mittwoch seiner Freude über den Baustart Ausdruck. „Die Menschen in Wolfsburg warten auf Wohnraum“, sagte er. Und Eigenheime seien das, worauf sie am dringendsten warten. „Es gibt viele Interessenten für Reihen- und Doppelhäuser.“

Im Sonnenkamp entstehen Kitas, eine Schule, Freizeitanlagen

Weilmann gab auch schon einen Ausblick auf die weiteren Schritte. Die Quartiere 1, 2 und 4 seien in der Planung. Auch Kitas, eine Schule und Freizeitanlagen sollen gebaut werden. „Es wird ein großflächiges und durchaus attraktives Baugebiet“, versprach der OB.

Darauf freut sich auch Hehlingens Ortsbürgermeisterin Ira von Steimker. „Hier wird bedarfsgerecht gebaut“, lobt die CDU-Ratsfrau. „Wir brauchen dringend Wohnraum wie diesen.“ Auch für die Hehlinger, die im Dorf keinen Bauplatz bekommen, sowie für ältere Hehlinger, die vielleicht einmal in eine kleinere Wohnung umziehen, aber am Ort bleiben möchten.

Die ersten Eigenheime im Sonnenkamp sollen 2023 fertig sein

Die zwischen Stadt und Land im Grünen gelegene Baufläche für den Sonnenkamp gefällt von Steimker sehr. „Es ist ein toller Ort, um hier zu Hause zu sein.“

Die Vermarkter der ersten Häuser hatten sich bereits Anfang des Jahres mit der Nachfrage zufrieden gezeigt. „Generell erhalten wir kontinuierlich Anfragen mit ernsthaftem Interesse für alle unsere Haustypen. Es hat sich daher erfreulicherweise bestätigt, dass wir den Nerv des Wolfsburger Marktes treffen“, erklärte Romy Fandrup von „Ihr Haus“ im Januar.

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