Landtagswahl

Wolfsburger Günter Hönig will im Landtag gegen Mafia kämpfen

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Der Wolfsburger Günter Hönig tritt als Einzelbewerber bei der Landtagswahl an. Hier steht er vor der Baulücke, die durch den von ihm kritisierten Abriss eines Hochhausblocks in Westhagen entstand.

Der Wolfsburger Günter Hönig tritt als Einzelbewerber bei der Landtagswahl an. Hier steht er vor der Baulücke, die durch den von ihm kritisierten Abriss eines Hochhausblocks in Westhagen entstand.

Foto: Lars Landmann / regios24

Wolfsburg.  Der 71-jährige Rentner Günter Hönig tritt als Einzelbewerber bei der Landtagswahl an. Er machte in Wolfsburg schon mehrfach von sich reden.

Günter Hönig bleibt am Ball. Nachdem es für den Einzelbewerber mit einem Sitz im Bundestag nie klappte, tritt der Wolfsburger 2022 erstmals bei einer Landtagswahl an.

„Die Parteien machen bloß noch Blödsinn“, sagt der Direktkandidat aus Westhagen. Das beste Beispiel sieht er in seinem Stadtteil, wo die Wohnungsgesellschaft Neuland mit staatlicher Förderung 220 Wohnungen abreißen ließ – aus Hönigs Sicht ein „ökonomisch-ökologisches Verbrechen“. Dass der Wohnblock asbestbelastet war, betrachtet er als Vorwand.

Neue Häuser sollen kommen. Wo das Kettenhochhaus stand, aber auch in der Nachbarschaft. 2020 trommelte der Rentner dafür, dass der so genannte Freizeitpark erhalten bleibt. Mit einem Mitstreiter sammelte Hönig eine vierstellige Zahl von Unterschriften.

Günter Hönig aus Wolfsburg will als Einzelbewerber in den Landtag

Seit Jahren liest Hönig auf seinen Spaziergängen Müll in Grünanlagen auf – und sammelt dabei vor den Wahlen auch die Unterstützungsunterschriften, die er benötigt, um antreten zu können. Allerdings wäre der Erhalt von Grünflächen im Fall seiner Wahl nicht sein wichtigstes Anliegen „Meine Hauptpunkte sind der Kampf gegen die Mafia und der Kampf gegen Kinderschänder“, sagt der Wolfsburger.

Dreimal kandidierte Hönig erfolglos bei Bundestagswahlen. 2021 kam „Opa Braveheart“, wie er sich selbst nennt, auf knapp 0,4 Prozent. 2013 und 2017 landete er bei 0,6 Prozent. Zurzeit hofft der Vorsitzende des Bundes der Galiziendeutschen noch, dass die Wahl von 2021 annulliert wird. Er hat sich nach eigenen Angaben beim Bundeswahlleiter beschwert, weil Klaus Mohrs als damaliger Oberbürgermeister Wahlleiter in Wolfsburg war und sein Sohn Falko Mohrs (erfolgreich) kandidierte.

Mit den Mohrs’ hat Hönig eh ein Problem. 2018 kassierte er eine Anzeige, nachdem er in einer Ratssitzung behauptet hatte, dass die Familie Täter fördere und bezahle, die in Schwimmbädern, im Rathaus und auf öffentlichen Plätzen Kinder und Frauen „schänden“. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein, da sie die Äußerung durch die Meinungsfreiheit gedeckt sah.

Günter Hönig verspricht Kampf gegen die Mafia und Kinderschänder

Im Herbst 2021 wurde der damalige Bundestagskandidat von der Polizei außer Hörweite eskortiert, nachdem er versucht hatte, einen Schweigekreis in der Porschestraße mit Kinderschänder-Rufen zu stören. Rund 60 aus Afghanistan stammende Menschen und andere Wolfsburger hatten sich versammelt, um ihrer Sorge über die Lage in Afghanistan Ausdruck zu verleihen, wo gerade die Taliban die Macht übernommen hatten.

In Sachen Ukraine-Krieg steht Günter Hönig eher auf russischer Seite. Seiner Meinung nach ist die Ukraine kein souveräner Staat, sondern gehört zu Russland – so wie Katalonien Teil Spaniens sei.

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