Liebe Wolfsburger

Alter, lass Bolzer, Digga!

Ich fühlte mich zwischenzeitlich etwas lost und unlucky. Aber dann chillte ich meine Base.

Jede Generation entwickelt ihre eigenen Begriffe und ihre eigene Sprache. Im besten Fall wundern sich die Älteren über die Ausdrucksweise der Jüngeren, im schlechtesten Fall verstehen sie nur Bahnhof. Als ich Teenager war, fanden wir plötzlich alles und jeden „geil“. Meine Eltern rümpften anfangs die Nase. Dabei machten wir mit dem Wort „geil“ keine sexuellen Anspielungen, sondern es bedeutete toll, super, klasse. Bei den Teenies von heute taucht in jedem Satz mindestens einmal das Wort „Digga“ auf. Gerne wird es aber auch mehrfach pro Satz benutzt oder wahlweise ersetzt durch „Alter“. Unser Erstgeborener feierte am Wochenende seinen 12. Geburtstag mit einer Übernachtungsparty. Sechs Jungs waren von 18 Uhr abends bis 10 Uhr morgens zu Gast in unserem Haus. Ich hörte staunend zu. „Alter, lass Bolzer, Digga!“, „Nee, lass Fallersleben, Digga, da ist Rasen“, „Digga, Du hast die nicesten Karten, Alter, lass tauschen“. Das letzte „Digga“ hörte ich nachts um 1.30 Uhr, das erste „Digga“ schon wieder morgens um 7 Uhr. Ich fühlte mich zwischenzeitlich etwas lost und unlucky. Aber dann chillte ich meine Base und dachte: Ey, Alter: Was ne geile Party, Digga!

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