Tierfriedhof in Wolfsburg: keine Erdbestattungen mehr

Vorsfelde.  Das Ehepaar Horschig hört aus Altersgründen mit der Arbeit auf. Ein Nachfolger konnte nicht gefunden werden.

Uwe Horschig auf dem Tierfriedhof Wolfsburg.

Uwe Horschig auf dem Tierfriedhof Wolfsburg.

Foto: LARS LANDMANN / regios24

Die Pachtverträge für den Tierfriedhof laufen weiter, doch neue Erdbestattungen kommen nicht mehr hinzu. Ende November ist damit Schluss für das Ehepaar Horschig. „Aus Altersgründen“, erklärt Uwe Horschig. Er ist 69 Jahre, seine Frau Heidi 70 Jahre alt. „Es ist eine körperlich schwere Arbeit“, räumt der Vorsfelder ein.

Das Ehepaar hatte einen Nachfolger gesucht – erfolglos

Doch wie geht es weiter mit dem Wolfsburger Tierfriedhof? Vor rund zwei Jahren hatte das Ehepaar mit der Suche nach einem Nachfolger begonnen – die beiden suchten das Gespräch mit der Verwaltung und hörten sich im privaten Umfeld um. Erfolglos.

Die letzte Absage eines möglichen Nachfolgers kam laut Horschig Ende Oktober. „Für die Arbeiten benötigt man auch Geräte, die wir aufgrund der Landwirtschaft hatten. Doch wenn man sich diese erst anschaffen muss...“, gibt Horschig mit Blick auf die Kosten zu bedenken.

„Auch die Stadt Wolfsburg sieht zurzeit keine Möglichkeit, den Betrieb aufrechtzuerhalten“

Auf WN-Anfrage heißt es vonseiten der Verwaltung: „Ein neuer Betreiber für den Kleintierfriedhof konnte nicht gefunden werden. Auch die Stadt Wolfsburg sieht zurzeit keine Möglichkeit, den Betrieb aufrechtzuerhalten“, erklärt Pressereferentin Elke Wichmann. Eine Erdbestattung ist in Wolfsburg somit dann nicht mehr möglich. Eine andere Variante: eine Kremierung der Tiere.

„Der Gedanke, den wir damals verfolgten: Die alleinstehende Oma beispielsweise, die ihren Hund beerdigen muss, hat einen Ort, an dem sie trauern kann“, erklärt Horschig. Der Wunsch: Ein Tier gehört oftmals zur Familie und soll eine würdevolle Bestattung bekommen. Vor 20 Jahren – also Anfang 2001 – eröffnete der Wolfsburger Tierfriedhof an der Kochsbreite.

550 Erdbestattungen in zwei Jahrzehnten

In diesen zwei Jahrzehnten gab es nach Angaben Horschigs insgesamt 550 Erdbestattungen. „Das sind durchschnittlich zwei Bestattungen pro Monat“, berichtet Horschig.

Zuletzt boten die Vorsfelder auch die anonyme Bestattung unter einer Vegetationsdecke, die Bestattung in einem Reihengrab oder die Bestattung an einem neu gepflanzten Baum an, so der 69-Jährige.
Das Ehepaar pflanzte in den Jahren rund 30 Bäume und nahezu 100 Büsche und Sträucher. Horschig versichert: Die bereits abgeschlossenen Pachtverträge, die in aller Regel eine Gültigkeit von drei oder fünf Jahren haben, bleiben natürlich bestehen. Diese werden weitergeführt – und somit kümmert sich das Ehepaar um den Wolfsburger Tierfriedhof, bis schließlich der letzte Pachtvertrag ausgelaufen ist.

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