Dieser Super-Stromer von VW soll Tesla jagen

Wolfsburg.  Noch sind die ersten vollelektrischen Volkswagen gar nicht im Handel. Aber VW hat schon einen Super-Stromer geplant, der alles kann.

Bereits in zwei Jahren soll die Serienproduktion des ID. Space Vizzion beginnen. Die Studie des Super-Stromers wird am 19. November in Los Angeles vorgestellt.

Bereits in zwei Jahren soll die Serienproduktion des ID. Space Vizzion beginnen. Die Studie des Super-Stromers wird am 19. November in Los Angeles vorgestellt.

Foto: Volkswagen AG

Nur kurz wurde die Elektrooffensive von Volkswagen durch die Premiere des Golf 8 unterbrochen. Nun drücken die Wolfsburger schon wieder aufs Tempo, um ihren ehrgeizigen Plänen Nachdruck zu verleihen. Am Vorabend der Los Angeles Auto Show (19. November) erlebt die Studie des ID. Space Vizzion seine Weltpremiere an der Westküste der USA. Entsprechend der vorherrschenden Innovationsbegeisterung in Kalifornien hauen die Marketingexperten von VW mächtig auf die Pauke: Der ID. Space Vizzion sei „ein Zero-Emission-Vehicle für eine neue Zeit, ein neues Denken und eine neue Mobilität“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Der Vizzion soll laut VW eine neue elektrische Fahrzeugklasse definieren. „Er ist ein Variant von morgen, der die aerodynamischen Eigenschaften eines Gran Turismo mit den großzügigen Raumverhältnissen eines SUV verbindet“, schreibt das Unternehmen. Tatsächlich plante VW bislang mit seiner elektrischen ID.-Familie, die seit Anfang des Monats in Zwickau gefertigt wird, den herkömmlichen Fahrzeugsegmenten entsprechende vollelektrische Varianten alternativ zur Seite zu stellen. Der Vizzion könnte nun zum Super-Stromer der Marke werden – und damit den großen Konkurrenten Tesla mit einer Art elektrischem Weltauto, einem Zwitter aus Kombi und SUV, unter Druck setzen.

Die Serienversion wird laut VW bereits Ende 2021 vorgestellt und soll in verschiedenen Versionen in Nordamerika, Europa und China auf den Markt kommen. Ob es das Modell ist, das die Belegschaft im aktuellen Passat-Werk in Emden künftig Lohn und Brot garantiert, ist derzeit nicht bekannt.

„Bisher haben wir mit unserer ID.-Familie gezeigt, was in jeder der bekannten Fahrzeugkategorien elektrisch möglich ist. Mit dem Space Vizzion schaffen wir ein neues, rein elektrisches Segment,“ sagt Klaus Bischoff, Leiter Volkswagen Design. Der Space Vizzion basiert auf dem Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) von Volkswagen. Der MEB schöpfe die technischen Möglichkeiten der E-Mobilität voll aus und garantiere hohe Reichweiten, dynamisches Fahrverhalten sowie ein ganz neues Niveau der digitalen Vernetzung, verspricht die Marke.

Das Angebot soll offenbar die aktuellen Trends in der Branche vereinen und vor allem das immer noch akute weltweite SUV-Fieber ins Elektrozeitalter übertragen. Das neue Modell setzt auf großzügige Raumverhältnisse im Interieur. „Besonders prägnant sind die vom Fahrtwind durchströmte und dadurch aerodynamisch optimal gestaltete Front- und Dachpartie. Dank der Effizienz des Antriebssystems und der sehr guten aerodynamischen Eigenschaften ermöglicht der ID. Space Vizzion Reichweiten von bis zu 590 Kilometern (WLTP). Im Innenraum definiert die Studie mit ihrem komplett digitalisierten Cockpit einen neuen Status quo der intuitiven Bedienbarkeit“, schwärmen die PR-Texter von Volkswagen.

Besonders stolz ist VW darauf, dass die Materialien „konsequent“ aus nachhaltigen Rohstoffen produziert werden.

Als Beispiel wird das verarbeitete Kunstleder angeführt, das auf der „AppleSkin“-Technik beruht. Dabei werden Reststoffe aus der Apfelsaftproduktion verwendet. Sie wird beispielsweise auch in der Handtaschenproduktion eingesetzt. Die Reste der Apfelsaftproduktion werden getrocknet und anschließend zu einem feinen Apfelpulver gemahlen.

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