IG Metall fordert: VW muss weiter 1400 Azubis ausbilden

Wolfsburg.  Entgeltumwandlung in Pflegezeit ist eine weitere Forderung vor der Tarifrunde.

Bezirksleiter Thorsten Gröger sieht Raum für mehr Entgelt und andere Forderungen.

Bezirksleiter Thorsten Gröger sieht Raum für mehr Entgelt und andere Forderungen.

Foto: ig metall hannover

Aktuell diskutiert die IG Metall in den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie – dazu zählen die Tarifgebiete Niedersachsen, Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim sowie Sachsen-Anhalt – und bei Volkswagen ihre Forderungen für die Tarifrunde.

Die Binnennachfrage stärken

„Die Beschäftigten erwarten eine offensive Tarifrunde, mit einem materiellen Volumen für Entgelt, zur Sicherung der Beschäftigung und Gestaltung der Zukunft. Mittlerweile ist klar, dass der Tiefpunkt der Krise überwunden ist und die Wirtschaft langsam wieder Fahrt aufnimmt. Die umfangreichen staatlichen und tarifpolitischen Maßnahmen haben Wirkung gezeigt. Nun gilt es, die Binnennachfrage durch eine Entgeltsicherung und das Vertrauen, welches Beschäftigte in ihre Unternehmen und Arbeitsplätze setzten, durch eine Beschäftigungssicherung zu stärken“, heißt es in der Mitteilung der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Offensiver Start in die Tarifrunde 2021

Dazu äußert sich Bezirksleiter Thorsten Gröger so: „Die Tarifrunde muss dazu beitragen, die Beschäftigung und die Einkommensentwicklung zu sichern.“ Die Produktionsentwicklung und die Auftragseingänge wiesen auf eine Erholung der Industrie hin. „Nun gilt es, die Krise als Chance für eine sozial-ökologische Transformation zu nutzen. Deshalb werden wir offensiv in die Tarifrunde 2021 starten.“

Die Arbeitsplätze vor Ort langfristig absichern

Gröger macht unmissverständlich deutlich, dass die noch offenen Themen der letzten Tarifrunde nun wieder auf der Agenda stehen: „Seit 2018 hat es keine Erhöhung der Entgelte mehr gegeben. Darüber hinaus ist und bleibt die größte Herausforderung der nächsten Jahre der Strukturwandel. Die IG Metall hatte hierzu bereits Verhandlungen über Beschäftigungssicherung, Qualifizierung und zur Bewältigung der Digitalisierung und Transformation geführt, um die Betriebe der Metall- und Elektroindustrie und die Arbeitsplätze vor Ort langfristig abzusichern.“

Zusatzvergütung in freie Zeit umwandeln

Auch bei Volkswagen geht es um den Nachwuchs von Fachkräften. Hier soll der Tarifvertrag weiterhin die Anzahl von 1.400 Ausbildungsplätzen zusichern, um auch zukünftig eine stetige Ausbildung im Unternehmen zu garantieren. Darüber hinaus werte die VW-Belegschaft die bereits ausgehandelte tarifliche Zusatzvergütung, die in freie Zeit wandelbar ist, als großen Erfolg. Bisher haben VW-Beschäftigte den Anspruch auf sechs zusätzliche freie Tage im Jahr: für die Pflege von Angehörigen, die Kindererziehung und Belastungen in der Schichtarbeit. „Und genau hieran wollen wir anknüpfen und dieses Modell ausweiten und weiterentwickeln“, so Gröger.

Über die Änderung der Leistungsorientierten Vergütung bei VW wird derzeit noch zwischen IG Metall und Volkswagen verhandelt.

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