Familienhebammen meistern Krisen in Gifhorn

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Familienhebammen im Landkreis Gifhorn (v.l.n.r.): Nina Petrakov, Petra Dreyer, Heike Lisowski, Ulrike Gimkiewicz, Stefanie Winter, Ulrike Cammann, Christine Wesche.

Familienhebammen im Landkreis Gifhorn (v.l.n.r.): Nina Petrakov, Petra Dreyer, Heike Lisowski, Ulrike Gimkiewicz, Stefanie Winter, Ulrike Cammann, Christine Wesche.

Foto: Privat

Gifhorn.  Zum 10-jährigen Bestehen gab es einen Fachtag zum Thema „Frühkindliche Bindung“ im Landkreis Gifhorn.

Seit 10 Jahren werden im Landkreis Gifhorn Familienhebammen eingesetzt. Dieses Jubiläum feierte der Landkreis Gifhorn im November mit einem Fachtag im Rittersaal des Schlosses. Der Landrat Andreas Ebel begrüßte die geladenen Gäste und die derzeit neun Familienhebammen. Unter den Rednern waren auch das Niedersächsische Landesamt für Soziales, Jugend und Familie, die Stiftung „Eine Chance für Kinder“ und die Awo vertreten, so eine Mitteilung.

Im Anschluss an die Feierlichkeiten gab es einen Fachvortrag zum Thema „Frühkindliche Bindung „ im Rittersaal des Schlosses. In seiner Begrüßungsrede stellte Landrat Andreas Ebel fest, dass der Landkreis Gifhorn mit dem aufsuchenden Angebot eine bedeutsame Erfolgsgeschichte geschrieben hat. „In den zurückliegenden zehn Jahren konnten im Landkreis 353 Familien von einer Familienhebamme begleitet und unterstützt werden. Durch den Einsatz von Familienhebammen entspannt und stabilisiert sich in vielen Fällen die Situation in der Familie“, sagt der Landrat. „Auch können dadurch darüber hinausgehende Hilfen und Maßnahmen des Jugendamtes verringert werden oder sogar ganz entfallen“, ergänzt Andreas Ebel. Gemeinsam mit dem Sozialdezernenten und Kreisrat Rolf Amelsberg bedankte sich der Landrat bei den Familienhebammen und Ehrengästen, die diese Arbeit erfolgreich mit Leben füllen.

Lange bevor es eine verbindliche Rechtsgrundlage zu dem flächendeckenden Einsatz von Familienhebammen gab, initiierte der Landkreis als eine der ersten Kommunen in Niedersachsen bereits im Jahr 2008 das Projekt, welches mittlerweile als Regelangebot des Fachdienstes Frühe Hilfen beim Jugendamt angesiedelt ist.

Sieben Familienhebammen und seit kurzem auch zwei Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen betreuen junge Familien und ihren Nachwuchs in schwierigen Lebenssituationen während der Schwangerschaft, rund um die Geburt und im ersten Lebensjahr des Kindes zu Hause. Das kostenlose Angebot hilft den Familien, intensiv und gut begleitet durch den neuen Alltag mit Kind zu steuern und Krisen sicher zu meistern.

Das Projekt entstand in einer intensiven Zusammenarbeit mit Professor Adolf Windorfer, Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Eine Chance für Kinder“, deren Ziel die Prävention von Kindesvernachlässigung und Kindesmisshandlung ist. Die Stiftung war maßgeblich an der Weiterbildung und Zertifizierung von Hebammen zu Familienhebammen beteiligt.

Nach zehn Jahren erfolgreicher Arbeit zog Professor Windorfer nun bei der Fachveranstaltung eine positive Bilanz. Vor den geladenen Ehrengästen, zahlreichen Fachkräften aus den Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe sowie des Gesundheitswesens, berichtete er über die Entwicklung des Projekts im Landkreis und in Niedersachsen. Wissenswertes aus Theorie und Praxis der Familienhebammen berichteten die Koordinatorinnen des Fachdienstes Frühe Hilfen, der Leiter des Awo-Beratungszentrums, Carsten Bromann, sowie auch die Familienhebammen selbst. Gerhild Damm, Pädagogin und Dozentin referierte zur frühkindlichen Entwicklung.

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