„Das Otter-Zentrum ist kein Zoo“

Hankensbüttel  Das Ausflugsziel setzt seit 30 Jahren auf Umweltbildung.

Im Otter-Zentrum Hankensbüttel erleben Besucher heimische Wildtiere wie den geschützten Otter seit 30 Jahren in ihrem natürlichen Lebensraum. Zurzeit feilt die Umweltbildungseinrichtung an Zukunftsplänen.

Im Otter-Zentrum Hankensbüttel erleben Besucher heimische Wildtiere wie den geschützten Otter seit 30 Jahren in ihrem natürlichen Lebensraum. Zurzeit feilt die Umweltbildungseinrichtung an Zukunftsplänen.

Foto: Otter-Zentrum

Das Otter-Zentrum in Hankensbüttel feiert seinen 30. Geburtstag. Grund genug, dass Oskar Kölsch, Vorsitzender der Aktion Fischotterschutz, einmal ungeniert Werbung für seine Einrichtung im Nordkreis Gifhorns machen darf.

Was das Besondere am Otter-Zentrum ist? Die Antwort kommt spontan: „Weil wir kein Zoo sind, sondern einen Bildungsauftrag haben und den Besuchern primär Naturschutz und heimische Tiere näher bringen.“ Das geschieht im Otter-Zentrum nicht streng und mit erhobenem Zeigefinger, sondern spielerisch und im Vorbeigehen. Kölsch: „Jeder Mensch will was lernen und bei uns geschieht das einfach nebenbei.“

Schon auf dem Weg zu den Gehegen geht es an vielen Spiel- und Wissensstationen immer um die heimischen Tiere und wie sie geschützt werden können. Vor allem, welche Fähigkeiten sie haben. Kölsch: „Wir wollen hier die Faszination dieser wundervollen Tiere zeigen.“ Ziel sei es, deutlich zu machen, dass sie schützenswert sind und wie sich das gemeinsam erreichen lässt. Dafür setzt sich die Aktion Fischotterschutz ein. Bei ihnen seien nicht, wie in den Zoos, die „Big Five“, die fünf größten Tiere wichtig, sondern bei ihnen dreht sich alles um die „Small Five“, die kleinen Fünf. Die bekommen die Besucher bei den Fütterungen zu Gesicht, die immer von den persönlichen Ausführungen der Mitarbeiter begleitet werden. Kölsch: „Die Fütterungen und die Unterhaltungen dabei sind unser Alleinstellungsmerkmal. Daran werden wir festhalten. Die machen Besuche bei uns besonders.“

Das Otter-Zentrum am Isenhagener See allerdings ist nur ein Schwerpunkt der Arbeit des gemeinnützigen Vereins Aktion Fischotterschutz. Er setzt sich auch für den Gewässerschutz ein und hat in der Forschung bereits Erfolge verzeichnet. So wurden 2017 in Zusammenarbeit mit den Fischern vom Steinhuder Meer Reusen entwickelt, die den dort endlich wieder heimisch gewordenen Fischottern nicht zum Verhängnis werden. Die ursprünglichen Reusen wurden auf Initiative der Aktion Fischotterschutz verboten, weil Otter darin ertranken. Die neuen wurden so entwickelt, dass die Fische drinbleiben, der Otter sich aber wieder befreien kann.

Wohin sich das Otter-Zentrum in zehn Jahren inhaltlich und räumlich entwickelt haben soll, wird derzeit mit einem Fachbüro aus Bremen erarbeitet werden. Was die räumliche Entwicklung angeht, so hat die Aktion Fischotterschutz den Zukauf von zwei Hektar angrenzendem Wald perfekt gemacht und will dort weitere heimische Tiere zeigen. Da das Otter-Zentrum bis auf das Kleine Mauswiesel alle marderartigen Tiere beherbergt, denkt Kölsch jetzt unter anderem an den Biber. Dazu hätte er gern tierische Neubürger, Neozoen wie den Waschbären und Marderhunde, weiß aber, dass die bürokratischen Hürden hoch, wenn nicht gar zu hoch sind.

Jedenfalls sollen dort Gehege, ebenso weitere Spielstationen entstehen. Diesen bis Ende März fertiggestellten Masterplan wird er dem niedersächsischen Umweltminister, wenn dieser am

5. Mai zum Festakt anlässlich des 30. Geburtstages anreist, vorlegen und die Förderfähigkeit prüfen lassen. Ab 2019 könnten die Ideen dann schrittweise umgesetzt und mit Leben gefüllt werden.

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