Ein Rundling bleibt jung

Lüben  Lüben punktet mit Festen, der Tenne und intakter Landwirtschaft.

Lüben ist uralt. 956 wurde es erstmals urkundlich erwähnt. Doch der Rundling ist zwar in die Jahre gekommen, aber kein bisschen alt geworden.

Die Lübener selbst halten es jung. „Aktuell sind es 110 plus minus“, wie Imke Wolter sagt. Sie ist Inhaberin der Lübener Tenne und stellvertretende Vorsitzende des Vereins Museum im Dorf. „Sie alle bilden eine tolle Dorfgemeinschaft, in der sich alle Bürger wohlfühlen, in der aber auch Besucher immer willkommen sind“, ist Wolter überzeugt.

Wer nach Lüben in den letzten Zipfel des Nordkreises Gifhorn kommt, findet in dem kleinen Rundling schmucke Höfe mit schönen Haupthäusern und viele kleine Details an den alten Toren und als Inschrift in den Balken. Fünf Landwirtschaftsbetriebe sind in Lüben aktiv. Das ist eine hohe Quote. Sie haben sich zuletzt 2016 bei einem Tag des offenen Hofes vorgestellt. Ganz Lüben hat hier wieder gezeigt, mit was es punkten kann. So gibt es neben den Höfen und dem Museum auch die Lübener Tenne, die das Herzstück des Ortes ist und nicht nur jeden Sonntag zum Brunchbuffet Besucherscharen ins Dorf zieht, sondern auch bei Familienfeiern, Festen und zum Lunchbuffet an Feiertagen. Ihr eigenes Bier hat die Lübener Tenne auch. In vierter Generation betreibt Imke Wolter die Gaststätte, erst zusammen mit ihrem Vater Otto, seit 2007 allein.

Früher, so erzählt sie, seien Feste reihum auf den Höfen gefeiert worden, aber dann sei ihr Ur-Opa angesprochen worden, ob er auf seinem Hof nicht eine kleine Gastronomie anbieten will. Er hat es getan, 1911 war das, und so wurde aus der Tenne eine kleine Gaststätte, später kam die Poststelle dazu und dort gab es dann das erste Telefon.

Jetzt hält der Museumsverein diese Geschichte lebendig und lässt alte Traditionen, wie das Schlachtefest immer am letzten Sonntag im März, aufleben. Dieses Jahr wird das am 25. März sein und Imke Wolter und die anderen vom Verein laden herzlich dazu ein.

Alle zwei Jahre füllt sich Lüben auch, wenn der Kartoffelmarkt veranstaltet wird. Der nächste wird am 2. September in diesem Jahr stattfinden. Und ebenfalls alle zwei Jahre – die nächste ist 2019 – findet in Lüben die renommierte Internationale Künstlerwoche statt. Wolter: „2017 waren 23 Künstler aus 13 Ländern dabei.“

Wenn die Feste auszurichten sind, halten die Lübener zusammen, aber auch sonst. Es gibt eine Freiwillige Feuerwehr, die Turnfrauen, den Schützenverein, diverse Stammtische, neuerdings auch den Pferdezuchtverein, der erfolgreich in Lüben eine Hengststation betreibt. Der Verein Museum im Dorf betreibt auch die Töpferstube, die Spinnstube, die Imkerstube und die Ausstellung der Ornithologen. Besucher sollten auf jeden Fall auch den nahen Rhododendronpark, das Feuchtbiotop und den Naturerlebnispfad mit Waldklassenzimmer besuchen.

Lüben war Ende der 1980er Jahre einmal bundesweit das schönste Dorf. Von dieser Schönheit hat es seither nichts eingebüßt…

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